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  • 30.09.2015
  • von Katharina Wiechers

Weitere Hallen für Flüchtlinge in Potsdam: Leichtbauhalle auch für die Erstaufnahme-Zweigstelle geplant

von Katharina Wiechers

Acht Leichtbauhallen sollen in Potsdam aufgestellt werden, um Flüchtlinge unterzubringen. Eine soll auch in der Heinrich-Mann-Allee entstehen. Foto: dpa

Bis zu 500 Menschen können in der Erstaufnahme-Zweigstelle für Flüchtlinge in Potsdam aufgenommen werden. Es könnten dort sogar 1000 untergebracht werden, mit Hilfe von sogenannten Leichtbauhallen.

Potsdam - Auch an der Heinrich-Mann-Allee sollen sogenannte Leichtbauhallen zur Unterbringung von Flüchtlingen aufgestellt werden. Diese sollen auf dem hinteren Parkplatz des ehemaligen Ministeriumsgeländes aufgebaut werden, sagte der Sprecher des Brandenburger Innenministeriums, Ingo Decker, am Dienstag auf PNN-Anfrage. Ohne die Hallen könnten 500 Menschen in der Erstaufnahme-Zweigstelle untergebracht werden. Mit den Leichtbauhallen sind es 1000. Nach PNN-Informationen könnten sie in der zweiten Oktoberhälfte stehen.

Die Leichtbauhallen zu 180 000 Euro das Stück werden üblicherweise für Soldaten in Kriegsgebieten aufgestellt. Bis zu 48 Menschen finden in einer Halle Platz, sie kann innen mit mobilen Wänden in mehrere Bereiche unterteilt werden. Sanitäre Anlagen oder Gemeinschaftsräume fehlen.

Acht Leichtbauhallen werden in Potsdam aufgestellt

Unabhängig von den Plänen des Landes für die Heinrich-Mann-Allee plant auch die Stadt Potsdam, acht solcher Leichtbauhallen im Stadtgebiet aufzustellen. Eine davon soll neben dem linksalternativen Kulturzentrum Freiland in der Friedrich-Engels-Straße stehen – dies hatte in der vergangenen Woche zu heftigen Debatten geführt. Zunächst hatte das Freiland die Hallen abgelehnt und darauf verwiesen, dass es Massenunterbringung allgemein für unzumutbar halte. Später hieß es vom Kulturzentrum, man akzeptiere die Hallen, werde sich aber parallel um sogenannte Low-Cost-Häuser bemühen.

Unterdessen kamen am Dienstag weitere Menschen in der Erstaufnahme-Zweigstelle in Potsdam an. Ministeriumssprecherin Susann Fischer bestätigte den PNN, dass 50 Menschen, die bislang in Eisenhüttenstadt untergebracht waren, nach Potsdam verlegt wurden. Je nachdem, welche Flüchtlinge nach Brandenburg kämen, sei eine interne Verteilung notwendig, erklärte Fischer. Die Zentrale Ausländerbehörde (ZABH) in Eisenhüttenstadt müsse auf die Zusammensetzung der Flüchtlinge reagieren – ob es sich also etwa um Familien oder Alleinreisende handelt – und geeignete Unterkünfte aussuchen. In Potsdam hatten die freiwilligen Helfer schon seit dem Nachmittag auf die Flüchtlinge gewartet. Erst am Abend kamen sie an. 

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