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  • 14.09.2015
  • von Alexander Fröhlich und Katharina Wiechers

Flüchtlinge in Potsdam: Potsdam bekommt Erstaufnahme-Zweigstelle für Flüchtlinge

von Alexander Fröhlich und Katharina Wiechers

In den Räumen ehemaliger Ministeriumsgebäude in der Heinrich-Mann-Allee in Potsdam sollen nun Hunderte Flüchtlinge untergebracht werden. Foto: PNN

UPDATE: Wann die ersten Flüchtlinge in Potsdam ankommen, ist noch unklar - am Montag jedenfalls nicht. Dennoch werden fünf bisherige Regierungsgebäude an der Heinrich-Mann-Allee für Flüchtlinge hergerichtet - als neue Zweigstelle der Zentralen Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt.

In Potsdam wird eine Zweigstelle der Zentralen Erstaufnahmestelle (ZAST) Eisenhüttenstadt eingerichtet. Am ehemaligen Regierungsstandort an der Ecke Heinrich-Mann-Allee/Horstweg schafft die Landesregierung in fünf ehemaligen Ministeriumsbauten Platz für Flüchtlinge, wie Innenministeriumssprecher Ingo Decker auf PNN-Anfrage sagte. Wann die ersten Flüchtlinge ankommen, blieb am Montag  zunächst unklar. Fest steht jedoch nach PNN-Informationen, dass am Montag - entgegen erster Informationen vom Morgen - doch kein Zug aus München mit weiteren Flüchtlingen in Brandenburg ankommt

Keine obdachlosen Flüchtlinge in Brandenburg

„In ganz Brandenburg gibt es keine Kapazitäten mehr“, sagte Decker. „Wir befinden uns im Ausnahmezustand. Es geht jetzt darum, Obdachlosigkeit und wilde Camps zu vermeiden.“ Über den Zeitpunkt, zu dem die ersten Flüchtlinge an der Heinrich-Mann-Allee einziehen sollen, gab es am Montag widersprüchliche Informationen. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, noch bis zum Montagabend sollten 500 Flüchtlinge dort untergebracht werden. Später war von 300 die Rede, dann sollten am Montag gar keine Menschen kommen. Ministeriumssprecher Decker sagte am Nachmittag, der am Morgen zunächste angekündigte Zug mit Flüchtlingen aus Bayern komme doch nicht. 

Ungeachtet dessen bereitete der sogenannte Asylstab des Innenministeriums am Montag die Einrichtung der Zweigstelle vor. Aus Eisenhüttenstadt sollten 500 Feldbetten nach Potsdam transportiert werden, wie die PNN aus Sicherheitskreisen erfuhren. Auch ein Caterer für die Essensversorgung wurde gefunden, ebenso wurde der Bustransport von Schönefeld nach Potsdam organisiert. Außerdem wurden freiwillige Unterstützer gebeten, dabei zu helfen, die Ministeriumsbauten leerzuräumen beziehungsweise als Schlafstätten einzurichten. Am Montagnachmittag um 14 Uhr sollen sie an der Heinrich-Mann-Allee helfen. Zugleich werden Zelte aufgestellt, in denen die Flüchtlinge verpflegt werden sollen.

Bergmann-Klinikum soll Flüchtlinge gesundheitlich versorgen

Zunächst hatte es geheißen, Potsdam werde der zweite Standort für die Erstaufnahme von Flüchtlingen. Dies sei hier aber nicht möglich, weil es keine Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gebe, wie Ministeriumssprecher Decker sagte. Asyl beantragen können die Flüchtlinge in Potsdam also nicht, sehr wohl sollen sie hier aber registriert und einem Gesundheitscheck unterzogen werden. Dies werde das Klinikum „Ernst von Bergmann“ übernehmen, sagte Decker.

In München waren am Wochenende rund 15 000 Flüchtlinge angekommen. Ein Sonderzug brachte einen Teil von ihnen am Sonntagabend nach Eisenhüttenstadt. Dort musste die Landesfeuerwehrschule bereits ihre Fahrzeughalle räumen, außerdem wurde das Zeltlager in Ferch erweitert. In der Außenstelle in Doberlug-Kirchhain sollten ab Montag 200 Plätze in Zelten bereitstehen, bis zum Wochenende 500.

So viele Menschen in Erstaufnahmezentrale wie noch nie

Insgesamt sind von Freitag bis Sonntag 670 Flüchtlinge in Brandenburg neu angekommen. In der gesamten vergangenen Woche kamen etwa 2000 Asylbewerber in Brandenburg an. In der Erstaufnahmezentrale in Eisenhüttenstadt und deren Nebenstellen befinden sich damit nun 3.541 Menschen. „Dies dürfte die höchste Zahl sein, die es jemals gab“, sagte Ministeriumssprecher Decker. Dieser Andrang sei nicht mehr zu bewältigen, alle Plätze seien belegt. Für dieses Jahr rechnet die Landesregierung mit 30 000 neu ankommenden Flüchtlingen.


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