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  • 04.09.2015
  • von Isabel Fannrich-Lautenschläger

Exklusives Wohnen für Studenten Das Apartmenthaus „How8“ feiert Richtfest

von Isabel Fannrich-Lautenschläger

Luxus für Studis. In Babelsberg feiern die „How8“-Apartments Richtfest. Foto: AviaRent

Babelsberg - Die Zeit möbliert vermieteter Studentenunterkünfte scheint alles andere als out: Am gestrigen Donnerstag feierte das Apartmenthaus „How8“ im Horstweg 8 zwischen der Auffahrt zur Nuthe-Schnellstraße und der S-Bahn Babelsberg nach viermonatiger Bauzeit Richtfest. Voraussichtlich ab November will der Betreiber, ein Unternehmen der luxemburgischen „AviaRent“, die 112 sogenannten Smart Living-Apartments je nach Größe für 435 bis 814 Euro vermieten – alles inklusive: Die 20 bis 60 Quadratmeter großen Studentenbuden – „in einer ruhigen Wohnstraße“ gelegen, wie es im Prospekt heißt – sind mit oder ohne Balkon, für Singles oder Wohngemeinschaften zu haben. Im langgezogenen Viergeschosser soll das Untergeschoss TV-Lounge, Fitnessraum und Café, ein „Wasch-Center“, eine Study-Lounge und Platz für Fahrräder und Autos bieten.

„Weil die Nachfrage nach Wohngemeinschaften laut Auskunft des Studentenwerks eher gering ist, haben wir die Drei-Zimmer-Wohnungen eher als Pärchen-Apartments geplant“, sagt der Berliner Architekt Bernd Richter. Auch am äußeren Erscheinungsbild des Gebäudes habe sein Büro – nicht zuletzt infolge des „bemerkenswerten“ Einflusses des Potsdamer Gestaltungsbeirates – noch feilen müssen: So zeigt sich die straßenseitige Fassade nüchtern und glatt, die Balkone mussten nach hinten, Richtung Osten verlegt werden. Der Gestaltungsrat habe darauf hingewiesen, dass es sich beim Horstweg um eine Einfallsstraße nach Potsdam handele: „Wenn auf den Balkons die Bierkästen der Studenten stehen, macht das keinen guten Eindruck“, schmunzelt Architektenkollege Jürgen Greffin. Auch eine Balkonverblendung mit buntem Lochblech war nicht erwünscht.

Ein Muster-Apartment ist im Erdgeschoss bereits zu besichtigen. Auch Roland Heinke, Leiter der Bauabteilung des Studentenwerks, nimmt das mit Vinylboden ausgelegte kleine Apartment mit bodentiefem Fenster und weißen Möbeln sowie die mit zwei Kochfeldern, Mikrowelle und Spüle bestückte Küchenzeile unter die Lupe. Anders als die knapp 3000 Unterkünfte, die das Studentenwerk anbietet und die jeweils zwischen 220 und 240 Euro kosten, bewege man sich hier „auf einem hochpreisigen Niveau“, sagt er: „In Potsdam wird aber dringend bezahlbarer Wohnraum benötigt.“

Zwar wirbt der Betreiber explizit um studentische Mieter, doch sollen die Unterkünfte auch „Pendlern oder Young Professionals ein neues und flexibles Zuhause“ bieten: Erste Gespräche mit den Babelsberger Filmstudios als möglichem Mieter seien bereits geführt worden.

Isabel Fannrich-Lautenschläger

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