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  • 02.09.2015
  • von Steffi Pyanoe

Die Havel im Porträt: Elegant mit fettem Wels

von Steffi Pyanoe

Heimatfilmer. Marco Gomille und Thomas Reinke (v.l.) schickten am Dienstag an der Schiffbauergasse eine Drohne über die Havel. Die Aufnahmen fließen in eine DVD über den Brandenburger Fluss – mit Musik vom Filmorchester Babelsberg, und zwar der neuen „Havelsinfonie“ von Marian Lux. Foto: Andreas Klaer

Zurzeit entstehen in Potsdam Filmaufnahmen von der Havel – für eine DVD mit der „Havel-Sinfonie“

Es hat derzeit den vielleicht schönsten Arbeitsplatz in Brandenburg: das Drehteam der Firma Filmkopter. Auch der Potsdamer Journalist Tim Jaeger gehört dazu und schwärmt: Wir sind immer entweder am Wasser, auf dem Wasser oder im Wasser. Ziel der Übung: ein filmisches Porträt der Havel. Am gestrigen Dienstag wurde die Havel in und um Potsdam mit Drohnenkameras gefilmt. Dazu ging es in einem kleinen Boot von der Schiffbauergasse aus hinaus aufs Wasser. Von dort aus schickte Drohnenpilot Thomas Reinke das Fluggerät immer wieder los, Kameramann Marco Gomille beobachtete am Monitor, Jaeger war Kapitän.

Der Fluss, der durch vier Bundesländer verläuft, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt, ist gefühlt natürlich ein Brandenburger. Im Jahr der Bundesgartenschau, die sich entlang des „blauen Bands der Havel“ zieht, kommt dem Fluss erhöhte Aufmerksamkeit zu. Begonnen hat alles mit Marian Lux. Der Filmkomponist aus Bad Freienwalde schreibt normalerweise Musik fürs Fernsehen, für Märchen, Serien und Krimis. Die „Havel-Sinfonie“ ist etwas ganz anderes, eine sinfonische Reise von der Quelle bis zur Mündung des Flusses. So etwa wie das der böhmische Komponist Bedrich Smetana für die Moldau gemacht hat. Die Havelsinfonie wurde im Juni bei der Buga mit dem Babelsberger Filmorchester uraufgeführt. Nun sollen Bilder dazu kommen.

„Das lag einfach nahe. Die Bilder, die werden das Sahnehäubchen“, sagt Jaeger. Das „Sahnehäubchen“ soll es ab Februar 2016 zum Mitnehmen geben: eine DVD mit etwa 20 Minuten Material zum Hören und Anschauen, die Havel in all ihrer Schönheit und Eleganz, Funktionalität und Pracht, als kleines Rinnsal, romantisches Bächlein, als Transportweg, als Ausflugsziel, als beeindruckender Fluss, der bei Havelland die Elbe auffüllt. Im Quellgebiet bei Ankershaven suchte das Drehteam die ersten Spuren der Havel, ab Kratzeburg war sie befahrbar. Für die Aufnahmen werden aber nicht nur Drohnen von Booten losgeschickt. Auch vom Ufer aus oder mit Unterwasserkameras wird gefilmt. „Wir wollen es auch mal glucksen hören und sehen“, sagt Jaeger. Dabei sei ihnen auch schon ein fetter Havel-Wels vor die GoPro geschwommen. Bei Fürstenberg filmten sie einen historischen Ziegelkahn, mit dem Anfang des Jahrhunderts Baumaterial vom Land in die Großstädte transportiert wurde.

Ein weiterer Beitrag der Flussdokumentation kommt vom Potsdamer Maler Olaf Thiede. Der hat in den vergangenen Jahren die Havel, genau wie Tim Jaeger und Michael Omiliian, in ihrem Verlauf bereist – und gezeichnet. In diesem Jahr hat er nun ein Buch daraus gemacht: „Die Havel. Von der Quelle bis zur Mündung“: einhundert Pastell- und Ölbilder, die die Havel in ihrem landschaftlichen als auch jahreszeitlichen Verlauf zeigen. Die Gemälde werden derzeit am Rande der Buga in Rathenow gezeigt. Und so lag es nahe, dass sich der Maler Thiede, der Komponist Marian Lux und die Filmemacher über dem Thema Fluss begegnen würden. „Von Olaf Thiede bekommen wir nun Bilder für das Cover der DVD und das dazugehörige Booklet“, sagt Jaeger.

Der Tourismusverband Havelland will das Endprodukt vermarkten. Im Februar ist die Uraufführung des Films in Falkensee geplant – live begleitet vom Babelsberger Filmorchester, das die Havel-Sinfonie spielt, die ja ansonsten auf der DVD zu hören ist. Bis dahin muss das Filmkopter-Team den Fluss noch bis zur Mündung begleiten. Ein paar Tage noch wird in Potsdam gefilmt. Zuletzt sollen ein paar herbstliche Aufnahmen am schon breiten, satten Havellauf entstehen.

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