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  • 14.03.2014
  • von Oliver Dietrich

Route 66 statt B 101

von Oliver Dietrich

Blues Baby Blues. Foto: Andreas Klaer

Blues Baby Blues spielen im „KuZe“

Potsdam ist mitten in den Südstaaten. Das fällt zunächst schwer zu glauben, aber rein musikalisch gibt es dafür ein unschlagbares Argument: Blues Baby Blues. Die Potsdamer Band hat sich mit beeindruckender handwerklicher Akribie daran gemacht, der Verschmelzung von Blues, Southern Rock und Anklängen von Country ein musikalisches Profil zu geben. Am heutigen Freitag machen die Bluesrocker auf ihrer „Heavy Spring Tour“ Station zum Heimspiel im studentischen Kulturzentrum „KuZe“ in der Hermann-Elflein-Straße. Vergangene Woche kam, pünktlich zum Tourstart, die EP, die lediglich den Bandnamen Blues Baby Blues als Titel trägt, offiziell raus. Und was für eine charismatische Scheibe! Kaum zu glauben, dass hier nicht eine originale US-Combo am Werk war, sondern eine Handvoll sympathische Brandenburger Jungs.

Was so verdammt nach Louisiana klingt, kommt eigentlich ursprünglich aus Luckenwalde – und statt der Route 66 sind Blues Baby Blues wohl eher die B 101 entlanggefahren. Aber dabei ist es ihnen gelungen, den Spirit der Vereinigten Staaten einzufangen. Dafür muss die Band nicht nur über enttäuschendes Wetter in Kalifornien („California“) oder die Kälte des Nordens („North Country“) singen, es ist vielmehr der ureigene Sound, den man wohl eher in den Plattenkisten der Eltern erwartet hätte. René Dohrmann singt mit einer Empathie, dass man ihm die brandenburgische Herkunft gar nicht abnehmen mag, Gitarrist Nico Streese spielt eine leichthändige Bluesgitarre dazu, Thomas Münch steuert das westlichste Piano des Ostens bei – und immer wieder blitzen die Klassiker durch: Canned Heat etwa, Creedence Clearwater Revival, der Geist einer ganzen Generation. So viel musikalisches Fernweh in den goldenen Westen sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Oliver Dietrich

Blues Baby Blues am heutigen Freitag ab 22 Uhr im „KuZe“ in der Hermann-Elflein-Straße 10

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