• 17.01.2013

Bald neue Briefe vom alten Dichter

Förderverein für Fontanearchiv gegründet

Das Fontanearchiv bekommt Unterstützung. Das deutschlandweit angesehene Archiv, das den größten Teilnachlass des märkischen Dichters verwahrt, ist mit fünf Mitarbeitern, drei ganzen und zwei halben Stellen, personell nicht gerade üppig ausgestattet, sagt Mitarbeiter Rainer Falk. Vor allem fehle den Mitarbeitern die Zeit, sich neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit um die Einwerbung von Drittmitteln, Fördermitteln aus öffentlicher Hand und privaten Spenden, zu kümmern. So begrüße man sehr die Gründung der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Theodor-Fontane-Archivs, die Anfang Januar in Potsdam stattgefunden hat, sagt Rainer Falk, Archiv-Mitarbeiter und selbst Vereinsmitglied.

Selbstverständlich gehe es nicht nur um materielle Unterstützung. Die kleine wissenschaftliche Einrichtung sei auf ideelle Rückenstärkung angewiesen, so Falk, man erhoffe sich von dem Förderverein eine neue Außenwirkung. Die etwa zwölf Wissenschaftler, Autoren, Verleger und Fontane-Liebhaber aus ganz Deutschland wählten in ihren Vorstand als erste Vorsitzende die Literaturwissenschaftlerin Luise Berg-Ehlers aus Bochum, als zweiten Vorsitzenden den Münchener Literaturwissenschaftler Michael Ewert und als Schatzmeister Hans-Joachim Schopka, ein Physiker aus Potsdam.

Die Gesellschaft habe sich demnach zum Ziel gesetzt, heißt es, das Fontane-Archiv in seiner Funktion als Literaturarchiv und Zentrum der Fontane-Forschung zu unterstützen und seinen wissenschaftlichen und kulturellen Rang in der Öffentlichkeit nachdrücklich zu verdeutlichen. Weiterhin soll das Archiv stärker als bisher in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht und als Ort für fachliche Diskussionen, für den Austausch von Forschungsergebnissen, für Treffen von Fontane-Freunden, Schülern und Studierenden weiter ausgebaut werden.

Das 1935 gegründete Theodor-Fontane-Archiv blickt zurück auf eine wechselvolle Geschichte. Zeitzeugen sind noch heute davon beeindruckt, dass es bereits in der DDR ein internationaler Treffpunkt für Wissenschaftler aus Ost und West werden konnte. Seither machte es immer wieder durch bedeutende Erwerbungen und wissenschaftliche Publikationen auf sich aufmerksam.

Als nächstes Projekt ist eine umfassende Edition von Fontanes Briefen geplant. Über die Hälfte aller auf etwa 10 000 geschätzten Briefe, von Fontane geschrieben oder an an ihn gerichtet, befinden sich im Bestand des Archivs. Noch immer tauchen aus dem weit zerstreuten Nachlass des Dichters Briefe auf Auktionen auf, sagt Falk, die das Archiv dann zu erwerben versucht. Im vergangenen Herbst ist das einmal gelungen, einmal sei man überboten worden. Für einen Brief müsse man etwa „mit einem vierstelligen Betrag im unteren Bereich“ rechnen, so Falk. Auch für solche Neuerwerbungen werden stets finanzielle Mittel gebraucht. Ebenso können durch Fördergelder zusätzliche wissenschaftliche Mitarbeiter projektgebunden finanziert werden. spy

Die Fördergesellschaft ist für weitere Mitglieder offen, der Jahresbeitrag beträgt 40 Euro, für Studierende gibt es eine Ermäßigung, eine Fördermitgliedschaft kostet 300 Euro. Der Verein tagt ein Mal jährlich. Kontakt über rfalk@uni-potsdam.de oder Tel.: (0331) 20 139 79

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