• 12.01.2013

BABYOPER „KORALL, KORAL“: „Eine Märchenwelt für Babys“

Herr Dierickx, ein Markenzeichen der Musikfestspiele ist mittlerweile, dass sie fast jedes Jahr mit neuen Ideen überraschen. Aber eine Babyoper? Das klingt doch mehr nach einem Scherz.

Das ist aber sehr seriös gemeint. In Norwegen ist die Babyoper „Korall, Koral“ schon 300-mal aufgeführt worden. Ich sage ja gern, dass die Norweger derzeit nur deshalb Babys machen, um diese Oper besuchen zu können. Maja Solveig Kjelstrup Ratkje, die diese Oper komponiert hat, ist eine der berühmtesten Gegenwartskomponisten. Sie hat selbst zwei kleine Kinder und hat für diese die Oper geschrieben. Also keine Auftragsarbeit, sondern aus einem persönlichen Bedürfnis heraus, etwas für ihre Babys zu machen.

Wo wird diese Oper zu erleben sein?

Wir werden „Korall, Koral“ viermal in der Pflanzenhalle der Orangerie zeigen, unter einer Art Zelt, das eine Muschel darstellen soll. Und da können dann maximal 20 Babys bis drei Jahre entweder mit dem Papa oder der Mama, also immer nur mit einem Elternteil, hinein.

Nun sind Opern ja nicht gerade wegen ihrer Kürze berühmt und das Zielpublikum, das Sie mit „Korall, Koral“ ansprechen, verliert ziemlich schnell das Interesse.

Keine Sorge, diese Oper dauert 20 Minuten. Die Babys werden dabei komplett mit Farben, Klängen und Glöckchen hypnotisiert und dürfen danach auch alles anfassen, ein bisschen krabbeln und entdecken, wie sich das alles anfühlt und aussieht.

Was ist das Thema dieser Babyoper?

Sie hat den Titel „Korall, Koral“, weil hier eine Unterwasserwelt inszeniert wird, wo die Kleinen es mit vielen Muscheln und Unterwasserklängen zu tun bekommen. Eine Märchenwelt für Babys.

Und welches Ensemble wird die Musik spielen?

„Korall, Koral“ ist komplett auskomponiert, wird aber nicht auf klassischen Instrumenten gespielt. Dafür sind unter anderem die Muscheln und Glöckchen da, um ganz gezielt magische Klänge zu zaubern. Die vier Aufführungen in Potsdam sind dann übrigens auch die Deutschlandpremiere.

Aber warum ausgerechnet bei den Musikfestspielen Sanssouci?

Ich kenne Maja Solveig Kjelstrup Ratkje schon länger und bin von ihrer Musik begeistert. Und ich bin Vater eines ein Jahr alten Sohns und ich wollte, dass er auch an unseren Musikfestspielen teilnehmen kann.

Das Gespräch führte Dirk Becker

Jelle Dierickx, geb. 1977 im belgischen Kortrijk, studierte Musikwissenschaften in Gent. Seit 2012 ist Dierickx Dramaturg bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci.

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