• 11.10.2012

Ursula Krechel liest in Potsdam

Für ihren Roman „Landgericht“ erhielt Ursula Krechel am Montagabend im Rahmen der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse den Deutschen Buchpreis. Der mit 25 000 Euro dotierte Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Literatur. Am Montag, dem 22. Oktober, stellt Ursula Krechel ihren Roman in Potsdam vor.

In „Landgericht“ erzählt Ursula Krechel die Geschichte des jüdischen Richters Richard Kornitzer, der 1939 nach Kuba floh und 1948 zu seiner Frau nach Deutschland zurückkehrt. Neun Jahre lang haben sie sich zu diesem Zeitpunkt nicht gesehen. Die Nachkriegsjahre in seiner alten Heimat sind aber keine glücklichen. Die Wiederannäherung an die gemeinsamen Kinder, die 1938 nach England geschickt wurden, bleibt schwierig, die Familie ist zerrissen. Der Wiedereinstieg in seinen Beruf wird Kornitzer von den Alt-Nazis, die noch immer viele Stellen in der Justiz besetzen, schwer gemacht. Später wird er Landesgerichtspräsident in Mainz, sogar Senatspräsident – als Wiedergutmachung begreift er das aber da schon längst nicht mehr.

Bei den Recherchen für ihren letzten Roman „Shanghai fern von wo“ war Ursula Krechel in den Archiven auf ein Gutachten von einem ehemaligen Mainzer Landgerichtsdirektor gestoßen – und nahm diesen in „Landgericht“ als Vorbild für ihre Figur des Richard Kornitzer. PNN

Lesung und Gespräch am Montag, 22. Oktober, 20 Uhr in der Reithalle, Schiffbauergasse. Der Eintritt kostet 10, ermäßigt 8 Euro. Karten unter Tel.: (0331) 98 118

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