• 09.10.2012
  • von Linda Huke

Aus Respekt vor den toten Fischen Funny van Dannen

von Linda Huke

singt im Lindenpark

„Und das Glück rief: Fang den Pudding! Und halt ihn fest! Fang den Pudding und wirf ihn zurück zu mir! Und behalt den Rest!“ Das Besondere an Funny van Dannens Musik ist, dass es nicht die Melodien sind, denen man zuhört, sondern die Texte. Und wo es stimmlich manchmal hapert, überzeugt der Berliner Musiker, der ursprünglich aus den Niederlanden stammt, mit seiner sprachlichen Gewandtheit.

Die kann man am kommenden Donnerstag live bei Funny van Dannens Konzert im Lindenpark unter dem Motto „Fischsuppe“ erleben. „Ich aß drei Tage Fischsuppe, weil sie sonst keiner mochte. Ich aß drei Tage Fischsuppe – mir schmeckte sie auch nicht, aber die Fische sollten nicht umsonst gestorben sein“. Das Lied, das van Dannens neuestem Album und seiner jetzigen Tour den Namen gab, könnte auch aus der Feder der Ärzte stammen. Außer witzigen Texten mit politischem Anspruch hat Funny van Dannen aber wenig gemeinsam mit der berühmten deutschen Band. Er setzt nur auf Akustik-Gitarre und Gesang – und vielleicht noch auf die ein oder andere Mundharmonika-Einlage. Mit diesen reduzierten Mitteln macht er Musik, die einfach, aber ganz und gar nicht ruhig ist. Bissig und scharfsinnig erzählt er Szenen und Gedanken aus seinem Alltag und wird dabei mitunter sehr politisch. „Wir wissen, dass Wasser nass ist. Dass es schön ist, wenn die Sonne scheint. Alle wissen, wie hässlich Hass ist. Und dass man Tränen weint. Alle wissen, wie wichtig Öl und wie wertvoll die Musik ist. Aber niemand hat den deutschen Soldaten gesagt was Krieg ist.“

Mit „Fischsuppe“ veröffentlichte van Dannen im März sein 13. Album, das wie immer ein Live-Mitschnitt eines Konzerts ist. Mal hört man das Publikum lachen, mal andächtig lauschen. Und am Schluss jeden Liedes jubelnd applaudieren.

Mittlerweile kann Funny van Dannen auf eine langjährige Bühnenerfahrung zurückgreifen: Bereits 1987 trat er in Berlin mit selbst geschriebenen Gedichten und Geschichten auf. 1988 war er Mitbegründer der Lassie Singers. Einige ihrer bekanntesten Songs stammten von ihm, so etwa „Jeder ist in seiner eigenen Welt“ und „Das Regenlied“. Er arbeitete mit Udo Lindenberg zusammen, der „Nana Mouskouri“ von ihm coverte, und mit den Toten Hosen, unter anderem bei „Unsterblich“ und „Auswärtsspiel“. Ina Müllers Gesangsduo Queen Bee wurde mit seinem Song „Freundinnen“ bekannt. Dass er oft im Hintergrund bleibt, liegt wohl daran, dass er sich weitestgehend den gängigen Vermarktungsmechanismen verweigert. Unbekannt blieb sein Name trotzdem nicht. 2005 landete sein Buch „Neues von Gott“ auf Platz 12 der Spiegel-Bestsellerliste. Trotzdem bezeichnet sich van Dannen als „widerwilligen Prominenten“.

Er will nicht immer im Rampenlicht stehen – auch weil er sich nicht allzu ernst nimmt. Die Lust am Liederschreiben und an Konzerten kann man seinem neuesten Album aber anhören. Linda Huke

Funny van Dannen am Donnerstag um 20 Uhr im Lindenpark, Stahnsdorfer Straße 76-78, zu erleben. Tickets gibt es für 20,80 Euro unter www.kulturgut.me und an allen bekannten Vorverkaufsstellen

  • Erschienen am 09.10.2012 auf Seite 20

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