• 01.09.2010

20 LESUNGEN IM 20. JAHR: Warum ich Christoph Ransmayr lese

Aus Anlass seines 20-jährigen Literaturladen-Jubiläums lässt Carsten Wist in den kommenden vier Wochen neben bekannten Schriftstellern auch Freunde und Angestellte lesen. Die PNN fragen, warum sie sich ausgerechnet für einen bestimmten Autoren entschieden haben. Denn Anfang macht Carsten Wist selbst, der am heutigen Mittwoch, 19 Uhr, im Literaturladen das erste Kapitel aus Christoph Ransmayrs Roman „Die letzte Welt“ liest. Der Eintritt ist frei.

„Christoph Ransmayr ist für mich der Dichter unter den deutschsprachigen Romanautoren. Sein Roman „Die letzte Welt“, 1988 erschienen, war das letzte Buch, das ich mir vor der Wende noch aus dem Westen habe mitbringen lassen. Mit seiner äußerst poetischen Sprache hat er hier einen historischen Stoff verarbeitet und in ein gegenwärtiges Gewand gekleidet. Grundlage dafür ist die Geschichte um den antiken Dichter Ovid. Ein Italiener macht sich auf nach Tomi, dem Ort von Ovids Verbannung am Schwarzen Meer, um dort die letzte Fassung der „Metamorphosen“ zu suchen. Ransmayr hat hier auf sprachlich kunstvolle Weise den uralten Kampf zwischen Geist und Macht thematisiert. Das Buch hat mich in all den Jahren begleitet. Mindestens viermal werde ich es in dieser Zeit gelesen haben.“

  • Erschienen am 01.09.2010 auf Seite 20

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