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  • 16.04.2018
  • von Lena Schneider

Gespräch im Literaturladen Wist: Blauer Salon

von Lena Schneider

Foto: Manfred Thomas

Moritz von Treuenfels und Simon Strauß bei Wist.

Potsdam - In Potsdam ist er gerade als das diabolische Gegenüber des Raskolnikow zu erleben: Schauspieler Moritz von Treuenfels, im Ensemble des Hans Otto Theaters seit 2016. Während Raskolnikow, der Mörder, in Dostojewskijs „Verbrechen und Strafe“ immerhin von Gewissensbissen geplagt wird, spielt Moritz von Treuenfels einen, der alle Zweifel hinter sich gelassen hat.

Unter dem Titel „Verbrechen und Glauben – Theater und Dostojewskij“ ist Moritz von Treuenfels am heutigen Montag im „Blauen Salon“ im Buchladen Wist zu Gast. Angekündigt ist ein thematischer Bogen von 1861 bis 2018. Ausgehend von Dostojewskijs grundsätzlichen, existenziellen Romanen soll ein Blick in die politische Hitze der heutigen Zeit und vor allem in das Theater der Gegenwart gewagt werden. Zu Gast ist neben Moritz von Treuenfels Simon Strauß, FAZ-Redakteur und Theaterkritiker. Gemeinsam wollen sie über Politiken, Ästhetiken und Taktiken des Theaters heute sprechen.

Moritz von Treuenfels wurde 1988 in Eutin geboren und studierte bis 2014 Schauspiel an der Otto-Falckenberg- Schule in München. Seit seinem achten Lebensjahr spielt er Violoncello und Klavier, was er auch in Potsdam unter der seit Monaten ausverkauften Inszenierung „König von Deutschland“ über Ton-Steine-Scherben-Sänger Rio Reiser unter Beweis stellt. Er wird auch in der kommenden Spielzeit in Potsdam unter der Intendanz von Bettina Jahnke im Ensemble bleiben. Simon Strauß, ebenfalls 1988 geboren, Sohn des Autors Botho Strauß, machte 2017 mit seinem Debütroman „Sieben Nächte“ auf sich aufmerksam – der Anfang des Jahres vehement diskutiert wurde. Ihm war vorgeworfen worden, mit seinem Roman eine Nähe zum Faschismus vorzuweisen.

Am Abend im Buchladen von Carsten Wist wird ab 17.30 Uhr zur Einstimmung der Film „Die Frau mit den 5 Elefanten“ zu sehen sein, eine Dokumentation aus dem Jahr 2009 über die legendäre Dostojewskij-Übersetzerin Swetlana Geier, die alle fünf großen Romane neu übersetzt hat: „Verbrechen und Strafe“, „Böse Geister“, „Ein grüner Junge“, „Der Idiot“ und „Die Brüder Karamasow“.

Literaturladen Wist, Dortustraße 17, Montag, 16. April, 17.30 Uhr: „Die Frau mit den 5 Elefanten“, ab 19 Uhr Gespräch, Eintritt 8 Euro

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