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  • 23.02.2018

Gedichte von Paul Celan verwoben mit Musik

„Erreichbar, nah und unverloren inmitten der Verluste blieb dies Eine: die Sprache“, sagte Paul Celan in seiner Rede zum Bremer Literaturpreis 1957. „Aber sie musste nun hindurchgehen durch ihre eigenen Antwortlosigkeiten, hindurchgehen durch furchtbares Verstummen, hindurchgehen durch die tausend Finsternisse todbringender Rede.“ Paul Celan suchte wie kein anderer Dichter Antwort auf die Frage, wie ein Schreiben in deutscher Sprache nach Auschwitz überhaupt möglich sei.

Am 2. und 3. März um je 20.30 Uhr liest der Schauspieler und Rezitator Michael Gerlach im Museum Alexandrowka, Russische Kolonie 2, aus Paul Celans Gedichten. Der Potsdamer Musiker Olaf Mücke spielt dazu kongenial seine Klezmer-Interpretationen und Kompositionen. Musik und Sprache, so die Veranstalter, sollen sich so ineinander verweben. „Celans Lyrik scheint schwerer zugänglich, als sie tatsächlich ist“, sagt Gerlinger, der in Potsdam vor allem als Interpret von Theodor Fontane bekannt ist. Eigentlich jedoch beschrieben seine Gedichte „Bilder, die wir aus unseren Träumen kennen.“

Der als deutscher Jude im Jahr 1920 in der rumänischen Bukowina geborene Lyriker verlor seine Eltern im KZ der Nazis; er selbst erfuhr davon im Arbeitslager. Die brutalen persönlichen Erlebnisse spiegeln sich immer wieder in seinen Gedichten wider. Nach dem Krieg lebte er hauptsächlich in Paris und arbeitete dort unter anderem als Deutschlehrer und Übersetzer. Mit Ingeborg Bachmann verband ihn eine lange, intensive, teils tragische Beziehung. Seit 1952 war er mit der Künstlerin Gisèle Celan- Lestrange verheiratet. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den Georg-Büchner-Preis. Am 20. April 1970 nahm er sich in Paris das Leben. les

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