14.12.2017, 4°C
  • 07.12.2017
  • von Helena Davenport

crossart: Zwischen Verödung und Entstehung

von Helena Davenport

Der Brandenburger Winter aus einer neuen Perspektive - Katrin Seifert stellt ihre Bilder im Rechenzentrum vor.

Potsdam - Katrin Seifert liebt den Brandenburger Winter, die verschneiten Landstriche, die zugefrorenen Seen, das Eisige. Deswegen hat sie „WinterLandschaft“ zum Thema ihrer ersten Ausstellung im Rahmen des Online-Netzwerks für Künstler „crossart international“ gemacht. Die Schau ist die erste des Netzwerks in Potsdam. Neun Künstler aus verschiedenen Ecken Deutschlands werden ihre ganz eigenen Interpretationen des Themas mit unterschiedlichen Medien vorstellen. Am morgigen Freitag wird die Ausstellung im Kosmos des Rechenzentrums eröffnet, bis Sonntag sind die Arbeiten zu sehen.

Künstler nach Potsdam holen

„Ich möchte Künstler nach Potsdam holen“, sagt Katrin Seifert. Denn dann trage jeder seine Eindrücke und somit ein kleines Stück ihrer geliebten Stadt raus in die Welt. So beschreibt es die Soziologin, die seit August 2014 an der Berliner Schule für Bildende Kunst und Gestaltung ein berufsbegleitendes Studium zur Trainerin für Kulturelle Bildung absolviert. Die Groß Glienickerin hat seit letztem Jahr ein Atelier im Rechenzentrum. Die Künstler, die ihre Werke im Rechenzentrum präsentieren werden, kommen etwa aus Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Berlin.

Was ist „crossart international“? Das Netzwerk, das der Kölner Scratchartkünstler Peter Mück 2009 ins Leben rief, mache es leichter, Ausstellungen mit anderen Künstlern zu organisieren, sagt Seifert. Die Plattform, die ähnlich aufgebaut ist wie Facebook, ermögliche es Kunstschaffenden nicht nur, durch gemeinsame Projekte ein breiteres Publikum zu erreichen, sondern sei ebenfalls praktisch für den Austausch untereinander. Selbstvermarktung soll die mit großem Aufwand und hohen Kosten verbundene professionelle Ausstellungsorganisation ersetzen – so die Intention des Projekts.

Künstler müssen Aufwandsentschädigung zahlen

Für die Ausstellung „WinterLandschaft“ beispielsweise müssen Künstler, die teilnehmen wollen, eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 27 Euro an die Plattform entrichten, plus fünf Euro, die „crossart“ einnimmt – so steht es im Aufruf zur Schau auf der Homepage. 287 Mitglieder aus sieben Bundesländern zählt das Netzwerk aktuell. Seifert möchte es nun auch in Brandenburg publik machen. Bisher ist der Name „crossart international“ noch nicht Programm und das Netzwerk hauptsächlich im Kölner Raum bekannt.

„WinterLandschaft“ zeigt verschiedene Positionen, auch zu verwandten Themen wie Altern oder Dürre. Die Oldenburgerin Anke Vos hat den Winter in Paraguay fotografiert. Auf einer Fotografie erinnert das Skelett eines Krokodils an die Vergänglichkeit. Die Berlinerin Ebba Jahn setzt ihre eigenen, zerschnittenen Malereien zu neuen Werken zusammen – so verbindet schließlich auch der Winter Verödung und Entstehung.

„WinterLandschaft“, Vernissage am 8. Dezember um 18 Uhr, Ausstellung bis zum 10. Dezember, im Kosmos, Rechenzentrum

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