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Barberini

  • 27.10.2017
  • von Sarah Kugler

Filmmuseum begleitet Barberini-Ausstellung: DDR in bildender Kunst und Film

von Sarah Kugler

In seiner Doku „Die Mauer“ von 1990 fängt Jürgen Böttcher die letzten Tage der Berliner Mauer ein. Seine Bilder sprechen ohne Audiokommentar für sich. Foto: Promo

Die Vernetzung der Potsdamer Museen wächst: Während das Museum Barberini zahlreiche Werke von DDR-Künstlern ausstellt, zeigt das Filmmuseum, wie die Künstler zur gleichen Zeit die Mittel des Films nutzten, um ästhetische Strategien zu verfolgen oder zu hinterfragen.

Potsdam - Die Vernetzung der Potsdamer Museen wächst: Während das Museum Barberini zahlreiche Werke von DDR-Künstlern ausstellt, zeigt das Filmmuseum, wie die Künstler zur gleichen Zeit die Mittel des Films nutzten, um ästhetische Strategien zu verfolgen oder zu hinterfragen. In einer ausstellungsbegleitenden Filmreihe gibt es dort ab dem 3. November filmische Arbeiten von Jürgen „Strawalde“ Böttcher, Lutz Dammbeck, A.R. Penck, Cornelia Schleime, Gabriele Stötzer und vielen anderen zu sehen. Dabei ergänzen sich die beiden Museen nicht nur thematisch, sondern auch praktisch: Bei Vorlage einer Eintrittskarte des Museums Barberini oder der Filmvorführungen im Filmmuseum erhalten Besucher wechselseitig ermäßigten Eintritt.

Starten wird die Reihe mit einem Filmabend zu Jürgen Böttcher, der unter seinem Künstlernamen Strawalde bekannt geworden ist. Im Barberini ist seine Kunst zu sehen, im Filmmuseum seine drei Kurzfilme „Drei von vielen“ (1961), „Kurzer Besuch bei Hermann Glöckner“ (1984) sowie „Venus nach Giorgione“ (1981). Die stellt Böttcher am 3. November um 19 Uhr selbst vor und wird danach mit Kinoking Knut Elstermann über sein sein filmisches Schaffen sprechen. Der Künstler ist sowohl in der Film- als auch in der bildenden Kunst fest verankert: 1931 geboren, absolvierte er vor seinem Regiestudium an der Filmuniversität Babelsberg auch ein Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Seine Bilder und Grafiken stellte er ab den 1970er Jahren immer wieder international aus. Erst im April dieses Jahres gingen zwei Bilder des Künstlers – darunter „Mutter und Kind“ – in die Sammlung des Potsdam Museums über. Für seine in der DDR teilweise verbotenen Filme wie „Drei von vielen“ (1961), „Wäscherinnen“ (1972) und „Rangierer“ (1984) ist Böttcher noch bekannter ist als für seine Bilder. In der aktuellen Barberini-Schau ist sein Ölbild „Nach Giorgione“ von 1954 zu sehen, das sich im Besitz des Künstlers selbst befindet.

Mit Konrad Wolf setzt das Filmmuseum am 14. Dezember seine Reihe fort. Zu sehen ist um 19 Uhr „Der nackte Mann auf dem Sportplatz“. Eine lakonisch erzählte Filmsatire, welche die widerspruchsvolle Situation des Künstlers in einer sozialistischen Gesellschaft behandelt. Zeitgenössische TV-Beiträge ergänzen den Spielfilm und der Medienhistoriker Thomas Beutelschmidt gibt eine Einführung. Auch in der Barberini-Ausstellung vertreten ist Lutz Dammbeck, dessen Filme „1. Leipziger Herbstsalon“ (1984/2017) und „Dürers Erben“ (1995) am 17. Januar 2018 zu sehen sind. Der 1948 geborene Dammbeck ist selbst im Filmmuseum und spricht über Selbst- sowie Fremdinszenierung im Kunstbetrieb der ehemaligen DDR. In seiner eigenen Arbeit vernetzen sich Malerei, Grafik, Konzept und Installation. 

Vollständiges Programm unter www.filmmuseum-potsdam.de

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