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  • 16.01.2016
  • von Henri Kramer

Potsdams Gitter-Streit geht in neue Runde: Wer das kürzere Ende zieht

von Henri Kramer

Das Museums-Gitter soll 2017 abgerissen werden. Foto: A. Klaer

Potsdam - Die Posse um das ungeliebte Metallgitter, das während der Sanierung des Potsdam Museums in dessen Treppenhaus eingebaut wurde, geht in die nächste Runde. Denn der damals für den Bau zuständige Kommunale Immobilien Service (Kis) sträubt sich, die Kosten für den Abriss der umstrittenen Konstruktion zu tragen.

Dabei scheint die Beschlusslage klar. Im vergangenen Oktober hatten die Potsdamer Stadtverordneten entschieden, die Kosten für das Entfernen des Gitters – nach aktuellen Schätzungen der Stadt 50 000 bis 80 000 Euro – dürften nicht den Etat des Museums belasten. Zudem hieß es im selben Beschluss, es sei „das Verursacherprinzip geltend zu machen“.

Das Potsdam Museum muss nicht zahlen

Doch nun teilte der Kis auf Anfrage des CDU-Stadtverordneten Norbert Mensch mit, die Kosten würden zwar zunächst vom Kis getragen – dann aber „nachfolgend bei der Mietberechnung gegenüber dem Fachbereich 24 berücksichtigt“. Gemeint ist das Kultur- und Museumsamt – das nun also den Gitterabriss im Potsdam Museum über einen höheren Mietzuschuss für das Haus finanzieren soll, wie Stadtsprecher Markus Klier bestätigte. „Das Budget des Potsdam Museums wird dabei – wie beschlossen – nicht angetastet“, versicherte er. Auch das vereinbarte Verursacherprinzip werde eingehalten, sagte Klier: „Der Kis baut das Gitter schließlich ab und hat sich noch darum gekümmert, dass die Finanzierung geklärt ist.“ Unklar ist allerdings noch, ob und wo nun im Fachbereich Kultur und Museum zugunsten des Gitter-Abrisses gespart werden muss – so weit sei die Haushaltsplanung noch nicht fortgeschritten, hieß es von dort. Der Fachbereich ist unter anderem für die Finanzierung der chronisch klammen freien Kulturszene in der Stadt zuständig.

Kritik an dem Vorgehen kam von der Linke-Landtagsabgeordneten Anita Tack: Das von den Stadtverordneten beschlossene Verursacherprinzip sei so zu verstehen, dass für die Arbeiten der Kis und der Architekt finanziell geradestehen müssten, teilte sie am Freitag mit.

Abriss für 2017 geplant

Der Rückbau ist wie berichtet für 2017 geplant, dann müsste das Museum mindestens zwei Monate schließen. Das Gitter, das vor der der Eröffnung des Museums im September 2012 eingebaut wurde und nicht beauftragt war, war seitdem immer wieder scharf kritisiert worden – es verwehre bewusst den Blick auf das Landtagsschloss, so ein Argument. Der Kis als Bauherr der Umbaumaßnahmen hatte hingegen stets auf das Urheberrecht des zuständigen Architekten verwiesen. Dennoch hatten die Stadtverordneten den Rückbau beschlossen. Allerdings hatten sich in einigen Fraktionen zuletzt die Stimmen gemehrt, das Gitter an Ort und Stelle zu belassen – das notwendige Geld könne für andere Sachen deutlich besser eingesetzt werden. 

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