• 02.09.2010

NACHRICHTEN

SCHWEDEN

Doch Vergewaltigungsverdacht

gegen Wikileaks-Gründer

Stockholm - Schwedens Justiz ermittelt doch wieder gegen den Internetaktivisten Julian Assange vom Enthüllungsportal Wikileaks wegen Verdachts auf Vergewaltigung. Die Oberstaatsanwaltschaft in Stockholm teilte am Mittwoch mit, dass erneut eine Voruntersuchung gegen den 39-jährigen Australier eingeleitet wird. Es geht um den Verdacht auf Vergewaltigung in einem Fall sowie sexuellen Zwang und sexuelle Belästigung in einem zweiten Fall. Die inzwischen zuständige Oberstaatsanwältin Marianne Ny wollte zu Einzelheiten keine Stellung nehmen. Assange bestreitet alle Vorwürfe. Er ist mit Wikileaks durch die Veröffentlichung von US-Geheimdokumenten zum Afghanistankrieg bekanntgeworden. dpa

AFGHANISTAN

2010 bereits mehr

getötete US-Soldaten als im Vorjahr

Kabul - In Afghanistan sind in diesem Jahr bereits mehr US-Soldaten getötet worden als im bisher verlustreichsten Gesamtjahr 2009. Bei dem Einsatz am Hindukusch starben bis zum Mittwoch in den ersten acht Monaten des Jahres 323 US-Soldaten, wie eine Auswertung der Nachrichtenagentur AFP auf Basis der unabhängigen Internetseite icasualties.org ergibt. 2009 waren es im Gesamtjahr 317 gewesen. Die Zahl der Angriffe Aufständischer auf die internationalen Truppen in Afghanistan hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verstärkt. Allein am Dienstag kamen sechs US-Soldaten ums Leben. Derzeit sind am Hindukusch mehr als 140 000 ausländische Soldaten im Einsatz. AFP

NIEDERLANDE

Terrorverdächtige in Amsterdam

offenbar harmlos

Amsterdam - Die US-Behörden glauben offenbar nicht mehr daran, dass zwei in Amsterdam festgenommene Jemeniten Terroristen sind und Anschläge auf Flugzeuge planten. Für scheinbar gefährliche Gegenstände im Gepäck der verdächtigten Männer sowie die Änderung ihrer Flugroute von den USA nach Jemen gebe es harmlose Erklärungen, berichtete die „New York Times“ am Mittwoch. Die beiden Jemeniten, die seit Jahren legal in den USA leben, waren am Montag auf Veranlassung des US-Heimatschutzministeriums auf dem Flughafen von Amsterdam wegen des Verdachts auf eine terroristische Verschwörung festgenommen worden. Sie saßen am Mittwoch noch in Untersuchungshaft. dpa

TÜRKEI

Leiche von russischem General

am Strand gefunden

Istanbul - Türkische Dorfbewohner haben an einem Mittelmeerstrand die angeschwemmte Leiche eines ranghohen russischen Geheimdienstgenerals gefunden. Experten aus Russland hätten den Toten identifiziert, berichtete die türkische Tageszeitung „Vatan“ am Mittwoch. Es handele sich um Juri Iwanow, den Vizechef des russischen Militärnachrichtendienstes GRU. Der 52-jährige war demnach zuletzt zur Prüfung russischer Militäranlagen in Syrien. Moskau hatte den Tod des Generals in der vergangenen Woche bekanntgegeben, ohne Details zu nennen. Der Zeitung zufolge gilt Iwanow auch als Drahtzieher einer Serie von Mordanschlägen auf im Ausland lebende Tschetschenenführer. dpa

FRANKREICH

Hausdurchsuchung

bei L’Oréal-Milliardärin Bettencourt

Paris - Wegen der Finanzaffären um die L’Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist das Anwesen der reichsten Frau Frankreichs durchsucht worden. Die Ermittlungen beziehen sich auf den Verdacht, dass der Künstler François-Marie Banier seine Freundschaft zu der 87-jährigen Hauptaktionärin des L’Oréal-Konzerns jahrelang ausgenutzt haben soll, um sich insgesamt rund eine Milliarde Euro von ihr zu erschleichen. Im Umfeld von Bettencourt waren in den vergangenen Wochen bereits mehrere Hausdurchsuchungen vorgenommen worden, weil der Milliardärin ihrerseits Steuerhinterziehung in Millionenhöhe sowie illegale Parteispenden an die regierende UMP vorgeworfen werden. AFP

PAKISTAN

40 Tote bei Militäraktion

gegen Extremisten

Islamabad - Die pakistanische Luftwaffe hat im Nordwesten des Landes Stellungen radikalislamischer Extremisten bombardiert und dabei mindestens 40 Menschen getötet, darunter auch Zivilisten. Wie am Mittwoch aus Geheimdienstkreisen verlautet, wurden bei der großangelegten Militäraktion in der Stammesregion Khyber am Vortag versehentlich mehrere Wohnhäuser zerstört. Ein Armeesprecher räumte ein, dass unter den insgesamt 40 Getöteten etwa zehn Zivilisten sein könnten. Diese Zahl sei jedoch bislang nicht offiziell bestätigt. Die an der Grenze zu Afghanistan gelegene halbautonome Stammesregion Khyber gilt als eine Hochburg der Taliban und als Rückzugsraum für Al-Qaida-Angehörige. dpa

  • Erschienen am 02.09.2010 auf Seite 06

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