• 02.09.2010

In NRW hat das Werben begonnen Röttgen und Laschet kämpfen um CDU-Vorsitz

Foto: dpa

Düsseldorf - Das Rennen um die Nachfolge von Jürgen Rüttgers an der Spitze der nordrhein-westfälischen CDU ist eröffnet. Die beiden Kandidaten für den Vorsitz des größten CDU-Landesverbands, der ehemalige NRW-Integrationsminister Armin Laschet und Bundesumweltminister Norbert Röttgen, haben am Mittwoch ihre Werbung um die Unterstützung der Parteibasis begonnen – in Münster auf der ersten von insgesamt acht Regionalkonferenzen. Im Oktober können die rund 160 000 Parteimitglieder bei einer Mitgliederbefragung zwischen Laschet und Röttgen abstimmen.

Das Interesse an den Regionalkonferenzen sei sehr groß, sagte ein Parteisprecher. Allein für die Veranstaltung in Münster hätten sich mehr als 600 CDU-Mitglieder angemeldet. Beide Kandidaten erhalten bei den Veranstaltungen zunächst jeweils 15 Minuten Redezeit. Wer anfängt, entscheidet das Los. Anschließend stellen sich Laschet und Röttgen den Fragen des Publikums. Der Posten ist interessant: Der neue Landesvorsitzende hat auch gute Karten im Rennen um den Posten des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU, den Rüttgers ebenfalls aufgeben will.

Laschet hat für seine Kandidatur die Unterstützung von Fraktionschef Karl-Josef Laumann und Generalsekretär Andreas Krautscheid. Ihr wichtigstes Argument: Der Landesvorsitzende müsse ständig in Düsseldorf sein, um Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) Paroli bieten zu können. Röttgen wiederum hat davor gewarnt, die Posten in der Partei ohne Beteiligung der Mitglieder aufzuteilen. Seine Unterstützer setzen auf den höheren Bekanntheitsgrad des Bundesministers.

Der CDU-Landesvorstand hatte die Mitgliederbefragung am Montagabend beschlossen. Die Parteimitglieder können vom 4. Oktober an per Brief wählen oder ihre Stimme am 31. Oktober in Wahllokalen der Orts- und Kreisverbände abgeben. Die formelle Wahl des neuen Landesvorsitzenden soll am 6. November auf einem Landesparteitag erfolgen. Die Parteitagsdelegierten sind rechtlich nicht an das Votum der Parteibasis gebunden. Rüttgers betonte aber nach der Vorstandssitzung, beide Kandidaten hätten deutlich gemacht, das Ergebnis der Mitgliederbefragung zu akzeptieren, auch wenn es knapp ausfallen sollte.

Die nordrhein-westfälische CDU hat bereits Erfahrungen mit einer Mitgliederbefragung. Ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 1995 kürte sie auf diesem Weg. Der damalige Fraktionschef Helmut Linssen setzte sich klar gegen den heutigen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert durch. An der Befragung beteiligten sich damals rund 45 Prozent der CDU-Mitglieder in Nordrhein-Westfalen. dpa

CDU NRW]

  • Erschienen am 02.09.2010 auf Seite 04

Social Media

Das könnte Sie auch interessieren

Umfrage

Das Stern-Center plant neue Ansiedlungen von Geschäften und Gastronomie-Einrichtungen. Widerspruch dagegen regt sich bei der AG Innenstadt. Finden Sie die Erweiterungspläne sinnvoll?