Madrid - Offiziell gibt sich die spanische Regierung gefasst: Man habe „Verständnis“ dafür, dass US-Präsident Barack Obama nicht an dem für den 24. und 25. Mai geplanten EU-USA-Gipfel in Madrid teilnehmen will. Die Enttäuschung darüber, dass der US-Präsident das Treffen abgesagt hat, ist dennoch in Madrid zu spüren. Der Gipfel galt als einer der Höhepunkte der spanischen EU-Ratspräsidentschaft. Seit Wochen war bereits in Madrid wie in Brüssel um die protokollarischen Details des prestigeträchtigen Besuchs gerungen worden. Wer darf an der Gangway Obama zuerst begrüßen? Während des Gala-Essens neben ihm sitzen? Beim sogenannten Familienfoto an seiner Seite stehen? Imagefragen, die Spaniens turnusmäßigem EU-Ratsvorsitzenden José Luis Zapatero und dem ständigen Ratspräsidenten Herman Van Rompuy zuweilen wichtiger schienen als die Inhalte. Das Fehlen bedeutender Tagesordnungspunkte hat dann wohl auch zur Absage Obamas beigetragen. Zapatero hatte darauf gehofft, in Madrid eine „transatlantische Erklärung“ präsentieren zu können. In der freilich altbekannte Inhalte bekräftigt werden sollten: Engere Zusammenarbeit bei den Themen Terror, Wirtschaft und Klima. Die EU bemühte sich am Dienstag, den Eindruck einer Verstimmung zu zerstreuen: „Es ist nicht das erste Mal und wird auch nicht das letzte Mal sein, dass der genaue Zeitpunkt eines Gipfels an den politischen Zeitplan der einen oder anderen Seite angepasst werden muss“, sagte Kommissionssprecher Michael Mann. „Wir arbeiten mit den USA daran, ein für beide Seiten akzeptables Datum zu finden.“ Die spanische Präsidentschaft dürfte dann allerdings beendet sein. Ralph Schulze
Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld wird sich deutlich verzögern. Sollte das Ihrer Meinung nach personelle Konsquenzen haben?