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  • 08.03.2018
  • von Thomas Seibert

Stormy Daniels: Die Klage des Porno-Stars könnte für Donald Trump zum Problem werden

von Thomas Seibert

US-Präsident Donald Trump und Porno-Darstellerin Stormy Daniels. Foto: Ethan Miller/AFP

Eine angebliche Affäre Trumps sorgt für Aufregung. Jetzt klagt die Porno-Darstellerin Stormy Daniels wegen eines Schweigevertrags gegen den US-Präsidenten.

Man kann Donald Trump vieles vorwerfen – aber nicht, dass seine Präsidentschaft langweilig ist. In einem Moment, in dem die USA und ein Teil der restlichen Welt mit der Kündigungswelle unter den Trump-Beratern im Weißen Haus und mit den geplanten Strafzöllen für Stahl und Aluminium beschäftigt ist, gibt es neuen Wirbel. Die Porno-Darstellerin Stormy Daniels behauptet, Trump habe im Jahr 2006 ein Verhältnis mit ihr gehabt und ihr vor der Wahl vor zwei Jahren ein hohes Schweigegeld zahlen lassen, um die Affäre vor der Präsidentschaftswahl unter den Teppich zu kehren. Trump lässt die Vorwürfe dementieren, doch Daniels legt jetzt mit einer Klage gegen den Präsidenten nach. Der Rechtsstreit könnte für Trump unangenehm werden – privat wie politisch

Derzeit weiß niemand, wie glaubwürdig Stormy Daniels ist. Die Details des Falles werfen allerdings einige Fragen an den heute 71-jährigen Staatschef und dessen Anwälte auf. Trumps persönlicher Anwalt Michael Cohen will der 38-jährigen Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, vor zwei Jahren 130.000 Dollar aus eigener Tasche gezahlt haben. Laut Trump hat es nie eine Affäre mit Daniels gegeben. Zudem habe die Zahlung an die Porno-Schauspielerin nichts mit Trumps Wahlkampf zu tun gehabt – eine Aussage, die angesichts der Zahlung zwölf Tage vor der Präsidentschaftswahl von 2016 recht merkwürdig klingt.

Zum Schweigen verpflichtet

Laut Medienberichten sagt Daniels, ihre sexuelle Beziehung mit Trump habe im Sommer 2006 – wenige Monate, nachdem Trumps Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt brachte – begonnen und bis ins Jahr 2007 hinein gedauert. Der Anwalt Michael Avenatti, der Daniels vertritt, sagte dem Fernsehsender NBC, seine Mandantin sei mit der Geldzahlung im Jahr 2016 zum Schweigen verpflichtet worden.

In jüngster Zeit hatte Daniels einige Interviews zu dem Fall gegeben, ohne jedoch von einer Affäre zu sprechen. Als Reaktion soll Trump-Anwalt Cohen vorige Woche versucht haben, Daniels mit einer einstweiligen Verfügung erneut zum Schweigen zu verdonnern. Zuvor habe Cohen seine Mandantin dazu gezwungen, öffentlich zu erklären, sie habe kein Verhältnis mit Trump gehabt, sagte Avenatti im NBC-Interview.

Nun geht Daniels juristisch gegen Cohens Abmachung vor. Sie hat bei einem Gericht in Los Angeles beantragt, den Vertrag aus dem Jahr 2016 für null und nichtig zu erklären. Unter anderem verweist sie darauf, dass Trump den Vertrag nie unterschrieben habe. In dem Dokument, das inzwischen von US-Medien verbreitet wurde, taucht Daniels unter dem Namen „Peggy Peterson“ auf – Trump wird laut ihrem Anwalt in dem Vertrag „David Dennison“ genannt. Die Stelle, an der „Dennison“ unterschreiben sollte, ist leer. Notfalls sei Daniels bereit, die 130.000 Dollar zurückzuzahlen, sagte Avenatti.

Sollte das Gericht in Los Angeles dem Antrag von Daniels folgen, könnten weitere Enthüllungen folgen. Avenatti sagte, noch seien nicht alle Fakten und Beweismittel öffentlich zugänglich. Er schloss nicht aus, dass Daniels über Fotos oder andere Beweise für ein Verhältnis mit Trump verfügt.

Spekulationen um First Lady

Präsidentengattin Melania Trump hat öffentlich bisher nicht auf den Wirbel reagiert. In Washington machten in den vergangenen Monaten Spekulationen die Runde, wonach sich die First Lady aus Protest gegen das Verhalten ihres Mannes mehrmals demonstrativ in einem eigenen Wagen zu wichtigen Terminen fahren ließ, statt ihn wie sonst üblich zu begleiten.

Politisch könnte der Fall Daniels für Trump aus mehreren Gründen zu einem Problem werden. So hat eine Bürgerrechtsgruppe die US-Wahlkommission aufgefordert zu prüfen, ob die 130.000 Dollar für Daniels eine illegale Wahlkampfzahlung waren. Auch stellt sich die Frage, ob Trump von Cohens Überweisung wusste – was das Weiße Haus bestreitet. Zudem lenkt die Debatte um Daniels erneut den Blick auf Trumps Verhältnis zu Frauen: Der heutige Präsident musste im Wahlkampf zugeben, dass er vor einigen Jahren damit prahlte, wildfremden Frauen zwischen die Beine zu greifen.

Darüber hinaus könnte die Bestätigung einer außerehelichen Affäre Trumps zu einer Zeit, in der sich seine Frau um seinen neugeborenen Sohn kümmerte, konservative und christlich-fundamentalistische Wähler abstoßen, die zu Trumps Kernanhängerschaft gehören. Bisher halten diese Kreise trotz aller Skandale zum Präsidenten.

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