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  • 13.02.2018
  • von Stephan-Andreas Casdorff

Kommissarischer SPD-Parteichef: Notfalls auf einem Umweg

von Stephan-Andreas Casdorff

Das neue Kraftzentrum der SPD: Olaf Scholz und Andrea Nahles Foto: dpa/Kay Nietfeld

Olaf Scholz ist die logische Wahl für das Amt des kommissarischen SPD-Chefs. Andere hätten Andrea Nahles gefährlich werden können.

Haarscharf, so ist diese Lösung an der Spitze der SPD. Denn hätten Andrea Nahles und Olaf Scholz nicht auf die teils massiven Einwände aus den Landesverbänden reagiert – es hätte die ausersehene Parteichefin schon jetzt das Amt kosten können, das sie noch nicht einmal innehat. Abgesehen davon, dass von Politprofis mit derart langer Parteierfahrung eine bessere Kenntnis des Innenlebens der SPD zu erwarten ist, zeigt es immerhin zweierlei: Willen zum Kompromiss wie auch zur Führung.

Was sich Nahles und Scholz als das neue Kraftzentrum vorgenommen haben, setzen sie um. Notfalls auf einem Umweg. In diesem Fall wird erst einmal alles beachtet, Statut, rechtliche Lage, Ausgewogenheit bis hin zur Geschlechterfrage. Dazu aber ist Scholz deswegen die logische Wahl, weil er keine Konkurrenz für Nahles werden kann – die SPD wählt ihn bestimmt nicht zum Chef.

Bei Malu Dreyer wäre das anders. Die Mainzer Ministerpräsidentin ist erklärter Liebling der Partei, und die SPD hätte sich an sie an der Spitze gewöhnen können. Aber da gilt, dass der Versuch einer Erneuerung der Partei über die Länder schwierig werden kann. Das hat Kurt Beck, Dreyers Vorgänger und ehemals SPD-Chef, erfahren müssen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Landesverbände an dieser Lösung ein gutes Haar lassen.

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