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  • 01.04.2015
  • von Enrico Bellin

Dauer-Vandalismus in Beelitz Heilstätten: Wieder ein Anschlag: Investor prüft Rückzug

von Enrico Bellin

Immer wieder betreten Unbekannte das Gelände der Beelitzer Heilstätten, randalieren, zerstören. Die Täter sind offenbar keine harmlosen Jugendlichen. Foto: Andreas Klaer

Es ist der dritte Anschlag auf das Gelände der Beelitz Heilstätten innerhalb von drei Wochen. Dahinter soll eine organisierte Gruppe stecken, die ihren "Abenteuerspielplatz" erhalten wollen. Der Investor zweifelt nun am Bauvorhaben.

Beelitz - Erneut wüteten Randalierer in den Beelitzer Heilstätten. Kurz nachdem eine Zaunbaufirma am Montagabend ihre Arbeit auf dem Gelände des künftigen Heilstättenparkes beendet hat, sind etwa 20 Menschen auf das Gelände gestürmt und haben mehr als hundert teils frisch einbetonierte Zaunpfähle umgeworfen oder verbogen. Das sagte der Geschäftsführer der Heilstätten Projektentwicklungs-GmbH, Georg Hoffmann, den PNN am Mittwoch.

Es ist bereits der dritte Anschlag dieser Art innerhalb von drei Wochen, obwohl ein privater Wachschutz das Gelände bewacht. „Wir brauchen jetzt Unterstützung vom Land und der Polizei bei der Bewachung des Geländes“, so Hoffmann. Inzwischen werde durch den Vandalismus auch der geplante Höhenpfad in Frage gestellt. „Wie sollen wir denn Investitionen von sechs Millionen Euro tätigen, wenn noch nicht einmal die Bauvorbereitung ohne Störungen klappt?“, so der Geschäftsführer.

Ein Randalierer trage Hakenkreuz-Tattoo

Insgesamt seien seit Mitte Februar Vandalismusschäden in Höhe von mehr als 130.000 Euro aufgetreten. Trauriger Höhepunkt war der Diebstahl und die zerstörung eines Baggers, mit dem ein Portal am früheren Chirurgiegebäude abgerissen wurde (PNN berichteten). Zu dem Vorfall ermittelt derzeit die Kriminalpolizei, derzufolge es Hinweise auf mögliche Täter gibt.
Am Montagabend konnten vor Ort vier der Randalierer so lange festgehalten werden, bis die Polizei eintraf. Gegen die drei Männer und eine Frau aus Lutherstadt Wittenberg wurde Anzeige erstattet. „Bei den Tätern handelt es sich offensichtlich nicht um harmlose Jugendliche, sondern um Autonome.“ Georg Hoffmann zufolge habe einer von ihnen sogar ein Hakenkreuz auf den Finger tätowiert gehabt.

Die Anwälte der Gesellschaft würden derzeit prüfen, in welcher Höhe Schadensersatz von den Randalierern eingeklart werden könnte. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um eine organisierte Gruppe handelt, die sich die Heilstätten als eine Art Abenteuerspielplatz erhalten wollen. Inzwischen fürchten Hoffmann und seine Gesellschafter auch persönliche Angriffe aus der Szene. Vor knapp zwei Wochen waren mit Äxten bewaffnete Männer in Tarnanzügen vor dem Gelände gestellt worden.

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