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  • 27.02.2015
  • von Enrico Bellin

Grundstücke in Potsdam-Mittelmark: Kleinmachnow bleibt die teuerste Gemeinde im Kreis

von Enrico Bellin

Schön - und auch schön teuer: Die Grundstückspreise in Kleinmachnow sind im Landkreis am teuersten. Foto: Manfred Thomas

Die Grundstückspreise im Landkreis sind deutlich gestiegen, besonders rund um Teltow. Doch es gibt noch günstige Orte.

Potsdam-Mittelmark – Wer vor sechs Jahren ein Grundstück an der Potsdamer Allee in Stahnsdorf gekauft hat, darf sich gratulieren: Heute ist es annähernd doppelt so viel wert. Laut den am Donnerstag im Technologiezentrum Teltow vorgestellten Bodenrichtwerten stieg der Quadratmeterpreis entlang der Straße allein im vergangenen Jahr um 60 Euro auf nun 210 Euro, die größte Steigerung im ganzen Landkreis.

„Im gesamten Umland sind die Preise noch einmal signifikant gestiegen, besonders in der Region um Teltow“, sagte Wilk Mroß, Vorsitzender des Gutachterausschusses, der die Richtwerte aus den Verkaufsverträgen von Grundstücken im Landkreis im Jahr 2014 ermittelt hat. In Stahnsdorf liegen die Preise nun insgesamt bei rund 200 Euro pro Quadratmeter, nur in den Ortsteilen ist Bauland noch für den halben Preis zu haben. Eine Ausnahme bildet die am Güterfelder Eck gelegene Siedlung Kienwerder, auch dort kostete ein Quadratmeter mit 170 Euro glatte 50 Euro mehr als 2013.

Grundstücke in Kleinmachnow am teuersten

Im benachbarten Teltow sind die Preise ähnlich stark gestiegen, die Spanne reicht dort von 110 Euro für den Bereich östlich des Regionalbahnhofs bis hin zu 270 Euro pro Quadratmeter im Heinersdorfer Weg. Preissteigerungen von 50 Euro gibt es auch in Kleinmachnow, das damit die mit Abstand teuerste Gemeinde im Landkreis bleibt. In einigen Straßen kostet der Quadratmeter Bauland jetzt im Schnitt 430 Euro, auch das ist fast eine Verdoppelung seit 2009.

„Dabei muss man immer bedenken, dass es sich bei den Richtwerten um Durchschnittszahlen handelt – manche Bauherren also deutlich mehr bezahlen mussten“, so Mroß. Der höchste gezahlte Quadratmeterpreis lag 2014 in Kleinmachnow demnach bei 544 Euro.

In Werder (Havel) gäbe es dafür fünfmal so viel Fläche. Zwar stieg im Stadtbereich der Preis ebenfalls leicht an, liegt mit Werten zwischen 105 und 150 Euro aber noch immer deutlich unter Teltower Niveau. „Trotzdem macht Werder den größten Umsatz mit Grundstücksverkäufen im Kreis, da die Zahl der verkauften Flächen viel höher als in Kleinmachnow ist“, so der Ausschussvorsitzende. Wie in Stahnsdorf oder Teltow sind Bauplätze in Werders Ortsteilen günstiger, je weiter sie von der Kernstadt entfernt sind. So kostet ein Quadratmeter Bauland in Derwitz nur noch rund 20 Euro.

Grundstück am Wasser kostet meist mehr

Sehr unterschiedlich sind die Preise auch innerhalb der Gemeinden Nuthetal und Michendorf. Für zentral gelegene Ortsteile wie Wilhelmshorst oder Rehbrücke werden bis zu 130 Euro für einen Quadratmeter Bauland fällig, im abgelegenen Fahlhorst liegt der Preis bei 35 Euro.

Bei den Nachbarn in Schwielowsee ist die Situation homogener, in allen Ortsteilen kostet der Quadratmeter zwischen 100 und 130 Euro. Wer ein Grundstück am Wasser will, sollte jedoch mit dem doppelten Kaufpreis rechnen. Die exakten Preise für Wassergrundstücke stehen Mroß zufolge noch nicht fest und sollen im Mai bei der Veröffentlichung des Grundstücksmarktberichtes erscheinen.

Beelitzer Grundstücke sind günstiger

Die für Bauherren günstigste Stadt ist wie in den Vorjahren auch Beelitz. Selbst in der Innenstadt kostet Bauland nur zwischen 50 und 70 Euro. „Für die soziale Mischung einer Stadt ist das super, da können sich auch Familien noch Grundstücke leisten“, sagte Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Brandenburger Städte- und Gemeindebundes, den PNN.

Städte wie Beelitz könnten Böttcher zufolge auf Dauer helfen, den Preisdruck in der Teltower Region zu lindern. „In Berlin werben die kleineren Städte dafür, nicht nur direkt vor der Stadtgrenze nach Grundstücken zu suchen.“ Die Preissteigerungen rund um die Hauptstadt seien ohnehin nicht ewig fortzusetzen, da auch neue Bauplätze einmal zur Neige gehen.

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