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  • 30.01.2015
  • von Henry Klix

Willkommen in Teltow Wo die Flüchtlingsarbeit reibungslos funktioniert

von Henry Klix

Teltow - Jeder 60. Teltower ist Asylbewerber. Mit 400 Flüchtlingen trägt die Stadt in Potsdam-Mittelmark die Hauptlast des Flüchtlingszustroms. Das geht erstaunlich ruhig und reibungslos über die Bühne, und selbst die oppositionelle Teltower CDU findet: Es läuft in Teltow mit den Asylbewerbern besser als in vielen anderen deutschen Gemeinden. CDU-Fraktionschef Ronny Bereczki dankte dafür in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend sogar der Stadtverwaltung.

Bereczki hatte zuvor in einer schriftlichen Anfrage ans Rathaus um Auskunft zum Umgang mit den Asylbewerbern gebeten. Erst vor zwei Jahren hatte der Flüchtlingszustrom auch nach Teltow begonnen. Die in der Antwort aufgezählten Aktivitäten ließen dann selbst die schärfsten Kritiker des Bürgermeisters aufhorchen. Hinter den Kulissen wird heftig gewirbelt, während nach außen hin das Bild einer beispielhaften Willkommenskultur entstanden ist.

Teltow, so geht aus der Antwort hervor, hat einen sehr guten Träger für seine beiden Heime: Der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein aus Bad Belzig kümmert sich seit Jahren um die Integration von Arbeitslosen und Migranten, koordiniert die Freiwilligenarbeit im Landkreis und betreibt auch die Asylbewerberheime in Bad Belzig und Beelitz-Heilstätten. Sein Netzwerk nutzt der Verein, um den Flüchtlingen Integrationshilfen anzubieten, wie aus der Antwort hervorgeht.

Das Rathaus selbst hat eine Willkommens-AG gegründet, die nun Teil dieses Netzwerkes geworden ist. Ehrenamtliche Helfer suchen dort mit Vertretern des Landkreises und der Teltower Stadtverwaltung Lösungen für Probleme, die der Zustrom mit sich bringt. Sprache, Gesundheit, Arbeit und die Betreuung von 50 Kindern sind nur ein kleiner Ausschnitt davon. Teltow sichert die Kita- und Hortbetreuung sowie die Beschulung der Kinder ab.

Wichtig sei auch, dass jedem Asylbewerber durch den Landkreis zum Deutschlernen ein seinen Voraussetzungen entsprechender Kurs angeboten wird, wie es in der Antwort heißt. Teltower Asylbewerber würden auch zu gemeinnütziger Arbeit herangezogen, derzeit sind es 28. Mit der Ausländerbehörde in Bad Belzig arbeite man „ohne Abstriche sehr gut“ zusammen.

Konflikte im unmittelbaren Umfeld der Übergangswohnheime sind im Rathaus nicht bekannt. In nächster Nähe befinden sich die Polizeiwache und das Feuerwehrdepot, ein Kindergarten, die Grundschule „Ernst von Stubenrauch“ sowie das Gesundheitszentrum. Mitarbeiter des Kindergartens sowie der Schule sind in der Willkommens-AG aktiv. Die Feuerwehr und die Polizei sind als Sicherheitspartner an den regelmäßig stattfindenden Sicherheitskonferenzen des Landkreises beteiligt. Das Rathaus hebt besonders hervor, dass Ärzte des Gesundheitszentrums mit anderen in der Region tätigen Ärzten Absprachen über die medizinische Versorgung getroffen haben.

Derzeit werde geprüft, ob mit der Gemeinde Kleinmachnow ein Integrationsbeauftragter benannt wird, der hauptamtlich die Flüchtlingsarbeit koordiniert. Im benachbarten Kleinmachnow gibt es zwar kein Heim, doch es wird für die Flüchtlinge gesammelt. Und es gibt Überlegungen, Grundschulen und Kitas für Flüchtlingskinder aus Teltow und Stahnsdorf zu öffnen. In Teltow greift man das gern auf, das Thema wird jetzt in Ausschüssen der Stadtverordneten beraten – und im Regionalausschuss, den Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf im Februar bilden wollen. Henry Klix

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