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  • 23.01.2015
  • von Enrico Bellin

Beelitz Heilstätten: Ab August durch die Baumwipfel

von Enrico Bellin

Der Wald auf der Frauenheilanstalt ist eine der größten Attraktionen in den Heilstätten. Das Haus wird als erstes in den Baumwipfelpfad einbezogen.Foto: privat

Die Bauarbeiten für einen Pfad in den Beelitzer Heilstätten sollen im März beginnen. Der Investor rechnet mit 200 000 Besuchern pro Jahr.

Beelitz - Beim Wandern den Arm in die Baumkronen strecken und unter sich die Ruinen der Beelitzer Heilstätten bewundern: Ab August soll das möglich sein. Dann soll Georg Hoffmann zufolge der erste Teil des Heilstätten-Parkes eröffnet werden. „Wir haben jetzt die Bauanträge gestellt, im März werden die eigentlichen Baumaßnahmen beginnen“, sagte der Geschäftsführer der HPG Projektentwicklungs GmbH am gestrigen Donnerstag den PNN. Die Eröffnung sei für Anfang August geplant.

Der Bebauungsplan für den 75 Hektar großen Quadranten der früheren Lungenheilanstalt wurde Mitte der Woche genehmigt. „Dafür haben wir fünf Jahre lang gekämpft, für unseren Plan müssen ja Natur- und Denkmalschutz auf der riesigen Fläche beachtet werden“, so Hoffmann, der den Park mit zwei weiteren Investoren bauen will, die sich in der HPG zusammengeschlossen haben (PNN berichteten).

Kleiner Wald auf Dach der Frauenklinik

Entstehen soll der Park auf dem sogenannten Quadranten A, dem Viertel der Heilstätten, das zwischen den Bahngleisen und der Autobahnauffahrt gegenüber dem Landhotel Gustav liegt. „Wir werden etwa in der Mitte des Areals einen 40 Meter hohen Turm bauen, von dem aus erst einmal ein 310 Meter langer Pfad aus einem Stahlgerüst mit Holzplanken über die Ruine der Frauenklinik führt“, so der rheinland-pfälzische Projektentwickler. Die Frauenklinik sticht im Ensemble besonders hervor: Auf ihrem Dach wächst ein kleiner Wald.

Neben dem Aufgangsturm soll ein Gebäude mit Restaurant und Shop entstehen, auch ein Teil der benachbarten ehemaligen Liegehallen soll bereits im Sommer saniert sein. Die Hallen sind nach Süden hin offen, früher wurden sie zu Liegekuren an der frischen Luft genutzt. „Wenigstens eine der drei 80 Meter langen und sechs Meter breiten Hallenreihen wollen wir für Gastronomie nutzen.“ Georg Hoffman zufolge sei das auch nötig, an guten Tagen erwarte er mehrere Tausend Besucher auf dem Gelände. „Bereits jetzt kommen zu Führungen Gäste aus der ganzen Welt, obwohl es kaum Werbung dafür gibt.“ Das Gelände war bis 1994 das größte russische Militärhospital im Ausland, was viele ausländische Gäste anlocke.

Historische Ruinen als Besuchermagnet

Insgesamt werde der Park für bis zu 200.000 Gäste jährlich konzipiert. Ein ähnlicher Park im  Hainich zieht dem Geschäftsführer zufolge jährlich bereits 200.000 Besucher an. „In Beelitz bieten wir als Zusatzattraktion die historischen Ruinen, die neben dem alten Mischwald als Besuchermagnet dienen.“ Der Pfad im Hainich stammt von der Firma Vollack, die mit Georg Hoffman jetzt zu den Investoren in den Heilstätten gehört.

Allein für den ersten Bauabschnitt entstehen Kosten von 6,6 Millionen Euro, der komplette Park soll ohne öffentliche Gelder gebaut werden. Insgesamt soll der Baumwipfelpfad eine Länge von einem Kilometer erreichen. Er soll in den Abständen wachsen, in denen die historischen Gebäude auf dem Areal wieder hergerichtet werden. So soll das alte Chirurgiegebäude später einmal den Hauptaufgang zum Wipfelpfad bieten, der am Dach des Hauses anschließen soll.

Eine Million Euro für Ruhe in den Ruinen

Ein Teil der Innenräume soll für Ticketschalter und einen Souvenirladen hergerichtet werden. „Wir sind bereits dabei, den zweiten Bauabschnitt zu planen, der eine Erweiterung des Pfades und die Chirurgie enthält.“ Der Investor will dann zudem für etwa eine Million Euro eine Lärmschutzwand entlang der Autobahn bauen, um für Ruhe in den Ruinen zu sorgen.

Für den Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth (Bürgerbündnis) stellt der Park einen „grandiosen Glücksfall für die Heilstätten“ dar. „Gerade in Verbindung mit unserer Bewerbung für die Landesgartenschau bringt uns der Park einen entscheidenden Schritt weiter.“ Außerdem könnte der Park eine weitere Entwicklung der restlichen Heilstätten nach sich ziehen.

So kann sich auch Georg Hoffmann mittelfristig mehrere Hotels im Park vorstellen. Auch die Verbindung zur Gartenschau sei vorhanden: „Wir werden den wild erscheinenden Wald wieder in den angelegten Park verwandeln, als der er einst geplant war.“

Hintergrundinformation über die Beelitzer Heilstätten gibt es hier >>

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