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  • 21.01.2015
  • von Enrico Bellin

Beelitz bewirbt sich für Laga: Eine Gartenschau für die ganze Region

von Enrico Bellin

Kugellauch und Tulpen. Zur Laga soll ganz Beelitz erblühen. Foto: dpa

Beelitz ist weiter im Rennen um die Landesgartenschau 2019. Im Konzept soll auch Werder (Havel) bedacht werden. Davon soll die gesamte Region profitieren.

Beelitz - Es könnte ein neuer Impuls für eine ganze Region werden: Im Rennen um den Austragungsort der Landesgartenschau (Laga) 2019 ist die Stadt Beelitz eine Runde weiter. „Wir sind stolz, die erste Bewerbungsrunde überstanden zu haben, und beginnen nun mit der Detailplanung“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth (Bürgerbündnis) am gestrigen Dienstag gegenüber den PNN.

„Wir werden jetzt auch mit unseren Nachbarn in Werder (Havel) und Seddiner See abstimmen, wie deren Beteiligung an der Laga aussehen könnte“, so Knuth. Schließlich könnten die Besucher, wenn sie nach der Gartenschau weitere Attraktionen sehen wollen, auf den Kähnsdorfer Steingarten oder die Werderaner Altstadt aufmerksam gemacht werden. Womöglich könnte man Gäste so überzeugen, gleich ein ganzes Wochenende in der Region zu bleiben.

Sechs Städte wollen die Laga ausrichten - Beelitz kommt weiter

Wie am Montagabend bekannt wurde, darf sich die Spargelstadt gemeinsam mit den Städten Wittstock/Dosse und Spremberg um die Laga bewerben, die Unterlagen müssen bis Ende August abgegeben werden. Der Gewinner wird im Januar 2016 bekannt gegeben. In einem ersten Schritt hatten bis Ende November sechs Städte ihr Interesse an der Gartenschau bekundet, Zossen, Bad Freienwalde und Seelow sind nun ausgeschieden. „Die drei Städte, die noch im Rennen sind, lagen bei den Bewertungen in allen Kategorien etwas höher als die anderen“, sagt Antje Schröder, die Laga-Frau im Fachreferat Ländliche Entwicklung des Umweltministeriums, den PNN.

Einzelne Bereiche, in denen ein Bewerber besonders gut war, habe es nicht gegeben. „Für die detaillierte Bewerbung zählen die bisher gesammelten Punkte ohnehin nicht mehr“, so Schröder. Bewertet wurden in der ersten Runde unter anderem die Darstellung der wesentlichen Investitionsvorhaben und deren Nachnutzung sowie die finanzielle Voraussetzung der Städte. „Schließlich müssen die Städte ihren Eigenanteil auch stemmen können“, so Schröder. Etwa drei Viertel der Investitionen werden aus verschiedenen Programmen gefördert, den Rest müssten die Städte selbst aufbringen.

Wasserturm soll höchster Wasserfall Brandenburgs werden

In Beelitz rechnet man Bürgermeister Knuth zufolge mit Investitionen von bis zu zwölf Millionen Euro, von denen die Stadt drei Millionen selbst tragen muss. Die Spargelstadt hat ihre Pläne bereits recht konkret gefasst (PNN berichteten). So soll unter anderem der Wasserturm am Bahnhof zu Brandenburgs höchstem Wasserfall umgebaut werden und mit Blumenbeeten die alten Bleichwiesen der Stadt nachgezeichnet werden, auf denen Leinenweber früher ihre Tücher vom Sonnenlicht ausbleichen ließen. Daneben soll ein Sessellift etwa 50 Zentimeter über dem Boden schwebend den Bahnhofsbereich mit der Innenstadt verbinden. Er soll über das historische Mühlenfließ führen, eine Landschaft aus Kanälen der Nieplitz, die früher Mühlräder antrieben.

Auch die Ortsteile sollen sich auf der rund um die Altstadt geplanten Gartenschau präsentieren können. Eigene Laga-Teile in den bis zu zehn Kilometer entfernten, teilweise sehr kleinen Ortsteilen werde es aber nicht geben. Knuth zufolge profitieren aber auch die dortigen Bewohner, wenn Beelitz den Zuschlag für die Gartenschau erhält: „Die Stadt ist dann fertig saniert, sodass danach im städtischen Etat mehr Geld für die Ortsteile übrig bleibt.“ Außerdem würden Laga-Besucher auch die Attraktionen der Ortsteile besuchen oder dort übernachten, was ebenfalls Aufschwung bringe.

Ausstrahlung auf die Region

Ohnehin profitiere von Landesgartenschauen immer auch die Umgebung, wie Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Brandenburgischen Städte- und Gemeindebundes, beschreibt. „Es gibt eine große Ausstrahlung auf die übrigen Kommunen, unter anderem auf die Gastronomie und andere Betriebe, die nicht immer messbar ist.“ Zudem stärke die Gartenschau bereits in der Planungsphase das Gemeinwesen in den Kommunen, wenn die Planungen mit den örtlichen Vereinen, Betrieben und Schulen abgesprochen werden. Auch in Beelitz soll es dazu eine Arbeitsgemeinschaft geben.

Böttcher zufolge ist Beelitz als typisches Ackerbaustädtchen mit langer Geschichte für die Laga prädestiniert. Zur Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden könne sich Beelitz zudem durch die Bundesgartenschau in diesem Jahr inspirieren lassen. Schließlich findet die Schau in der Havelregion in mehreren Städten statt. 

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