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  • 06.11.2014
  • von Eva Schmid

Kuscheltiere zur Begrüßung

von Eva Schmid

Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers stellt finanzielle Hilfen zur Integration der Flüchtlinge in Aussicht

Stahnsdorf - Sie sollen begrüßt werden mit einem Stoffbeutel. Darin ein Stadtplan von Stahnsdorf und Teltow, ein Kugelschreiber und ein Stofftier. Wenn die ersten 152 Flüchtlinge aus dem Erstaufnahmelager in Eisenhüttenstadt im Dezember in den Plattenbau im Stahnsdorfer Greenpark einziehen, will Bürgermeister Bernd Albers (BfB) das kleine Geschenk verteilen. „Wir sind bereit zu helfen, wenn andere in Not sind“, so Albers am Mittwochabend auf einer Informationsveranstaltung zum neuen Flüchtlingsheim vor rund 60 Stahnsdorfern.

Die Diskussion verlief sachlich – bis auf einen kurzen Zwischenfall, der mit lauten „Nazis Raus“-Rufen endete, blieb es ruhig. Im Publikum wollte man wissen, wie die Flüchtlinge – die hauptsächlich aus Syrien und Eritrea kommen – ihren Tag verbringen, ob sie Sprachkurse bekommen und wie die Kinder der rund acht Familien, die im Dezember in das alte Lehrlingswohnheim ziehen, in die Schulen integriert werden.

„Es ist tatsächlich ein Problem, zur Nicht-Arbeit verurteilt zu werden“, so der für Flüchtlinge zuständige Fachbereichsleiter des Kreises, Thomas Schulz. Er stand zusammen mit Albers sowie der Integrationsbeauftragten des Landkreises und einer Vertreterin des Internationalen Bundes, dem zukünftigen Träger des Heimes, im Gemeindesaal Rede und Antwort. Das Problem: Deutschland hinke bei der Integration von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt hinterher. Wer arbeiten wolle, werde nachrangig behandelt. Deutsche, Bürger aus EU-Ländern oder Drittstaaten hätten Vorrang.

„Die Möglichkeit gemeinnützig zu arbeiten, wird aber sehr gut angenommen“, so Schulz. Flüchtlinge können Ein-Euro-Jobs machen und maximal 40 Stunden im Monat arbeiten. Im Teltower Heim würden viele der Asylbewerber die Räume und Außenanlage auf Vordermann bringen. Manche von ihnen arbeiten auf dem Bauhof oder erledigen Hausmeisterjobs in Kitas. Überhaupt ist Teltow für den Kreis ein gutes Beispiel, wie Flüchtlinge integriert werden können.

Auch in Stahnsdorf will man sich daher am Beispiel der Nachbarkommune orientieren. So kündigte Albers ein Willkommensfrühstück an, zudem sei die Gemeinde auch bereit, „Geld zur Integration der Flüchtlinge in die Hand zu nehmen“. Albers will unter anderem englische Bücher für die Gemeindebibliothek anschaffen oder mit kleinen finanziellen Aufwandsentschädigungen die Arbeit der Ehrenamtler, die sich um die Flüchtlinge kümmern, erleichtern.

Eigentlich muss der Kreis finanziell für die Asylbewerber aufkommen. Er bekommt vom Land pro Flüchtling 9000 Euro im Jahr. „Das ist aber nicht kostendeckend, wir zahlen drauf“, so Schulz. So würde der Kreis auf freiwilliger Basis Sprachkurse anbieten und für das neue Heim in Stahnsdorf mehr Sozialarbeiter einstellen als vom Land gefordert.

Künftig betreuen zwei Sozialpädagogen sowie ein Koordinator die Flüchtlinge im neuen Heim. Bislang mangelt es noch an Dolmetschern. Auch wurde aus dem Publikum gefordert, dass die Sozialarbeiter die Flüchtlinge – sollten sie sich Lebensmittel bei der Tafel in Teltow holen – begleiten. „Wir sind bei solchen Aufgaben auf Ihre Hilfe angewiesen“, sagte eine Sozialarbeiterin. Dass es Hilfe geben wird, zeigten am Ende die vollen Listen, die am Eingang des Saales auslagen. Dort konnten sich Engagierte eintragen und ihren Dienst als Vorlese-Paten oder Begleiter für Behördengänge anbieten.

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