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  • 08.10.2014
  • von Henry Klix

Es werde Licht

von Henry Klix

Kleinmachnow feiert Beschwerdeplattform Maerker

Kleinmachnow - Regen und Wärme wechselten sich ab – es war ein Wachstumssommer in diesem Jahr. Das spiegelt sich auch im Kleinmachnower Beschwerdeportal „Maerker“ wieder. Eine private Hecke am Föhrenwald rage so weit auf den Gehsteig, dass man kaum noch darauf laufen könne, lautet ein Eintrag vom 20. September. Das war in diesem Jahr nicht der einzige zum Thema „wuchernde Hecken und wucherndes Unkraut“, sagt Martina Bellack.

Die Gemeindesprecherin betreut den Maerker, kümmert sich um zügige Antworten aus den zuständigen Rathaus-Fachbereichen oder Landesbehörden. Gelegentlich muss eine flapsige Antwort der Beamten auch mal von ihr „zensiert“ werden.

Gestern hat die Gemeinde zu einem Jubiläum eingeladen: Seit fünf Jahren beteiligt sich Kleinmachnow am Online-Beschwerdesystem des Landes. Deshalb gab es eine Maerker-Sprechstunde im Rathaus, auf der Verbesserungsvorschläge von Bürgern für das System erfragt wurden. Rund ein Dutzend Kleinmachnower nahmen die Einladung an – und eine Frau aus Zehlendorf, die fragte, wann es denn in ihrem Stadtbezirk endlich so weit ist. Immerhin haben schon drei Berliner Stadtbezirke die Erfindung aus Brandenburg übernommen.

Das Versprechen, das mit dem Maerker gegeben wird, hat sich rumgesprochen. Auf jeden Eintrag gibt es nach drei Werktagen eine Reaktion. So hat auch der Eigentümer des Grundstücks am Föhrenwald alsbald die Aufforderung vom Ordnungsamt bekommen, seine Hecke zu schneiden. Die grüne Ampel im Maerker zeigt dem Beschwerdeführer, dass die Sache erledigt ist und der Gehweg bald wieder begehbar sein sollte.

In der Sprechstunde gestern wurde der Wunsch geäußert, den Maerker auch Senioren bereitzustellen, die kein Internet haben. „Die wollen auch, dass ihr Anliegen in drei Tagen erledigt ist“, sagte eine ältere Dame. Bürgermeister Grubert antwortete, dass man gemeinhin auch auf telefonische und schriftliche Anfragen ans Rathaus schnell reagiert. Dennoch soll ab nächstem Montag ein Bibliothekscomputer für Maerker-Beschwerden nutzbar werden, eine Anleitung wird ausgelegt.

Laut Ortwin Böckmann, dem Mentor der landesweiten Beschwerdeplattform, haben inzwischen 61 Kommunen den Maerker. Im Mai 2009 sei er eingeführt worden, seitdem seien landesweit 27 500 Hinweise eingegangen. In absoluten Zahlen ist Potsdam die Kommune mit den meisten Einträgen im Land, gefolgt von Teltow und Werder (Havel). Kleinmachnow ist mit 625 Einträgen in fünf Jahren immer noch unter den ersten Zehn.

In diesem Jahr gab es mit 286 Hinweisen vergleichsweise viel Bewegung beim Kleinmachnower Maerker. 62 Prozent haben mit dem Zustand von Straßen und Wegen zu tun, davon wiederum die Hälfte mit kaputten Straßenlaternen, so Böckmann, die jeweils flugs repariert wurden. Das entspreche dem Brandenburger Durchschnitt. Mit dem Maerker, wie es scheint, ist es ein bisschen heller geworden in der Mark.

Es gibt auch ausgefallene Hinweise: Eine Kleinmachnowerin bedankte sich gestern, dass nach ihrem Eintrag ein alter Tulpenbaum an einer Baustelle geschützt wurde. Die Bauleute hätten sich nicht kümmern wollen. „Der Baum war schon ganz zerkratzt von den Baggern, und es dauert ja lange, bis so was blüht.“

Manche Hundetoilette und mancher Zebrastreifen in Kleinmachnow sei nach Maerker-Hinweisen eingerichtet worden, sagte Martina Bellack. Und unlängst erst sei eine Radwegkante am Biomarkt abgesenkt worden, damit den Radlern der Einkauf nicht mehr aus dem Körbchen fällt. Henry Klix

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