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  • 04.09.2013
  • von Hagen Ludwig

Brückenschlag in den Havelauen

von Hagen Ludwig

Foto: Foto: HPG - Havelauen Projekt Gesellschaft mbH

Alles klar für Verbindung über die Hafenbucht. Im Süden des Werderaner Entwicklungsgebiets stehen weitere Baustarts bevor

Werder (Havel) - Sie soll ein markantes Zeichen in den Werderaner Havelauen werden. Dem Bau einer Fußgänger- und Radwegbrücke über den Stichhafen an der Marina Buchardi stehe jetzt nichts mehr entgegen, sagte Steffen Lehmann, der für die Projektsteuerung im größtem Entwicklungsgebiet der Stadt verantwortlich ist, am Dienstag bei einem Pressegespräch. Ende August ist der Bescheid der Landesinvestitionsbank eingetroffen – der Bau des 550 000 Euro teuren Bauwerks wird zu 80 Prozent gefördert, den Rest übernimmt die Stadt. Die Brücke wird eine Durchfahrtshöhe von 5,50 Meter haben, um auch größeren Jachten die Passage vom Großen Zernsee zur Marina zu ermöglichen. Geplant ist eine Stahlkonstruktion, die vormontiert und dann auf bereits vor Jahren gebaute Widerlager am Ufer und einem ebenfalls schon vorhandenen Mittelpfeiler aufgesetzt wird. Geplanter Fertigstellungstermin ist laut Lehmann der August des kommenden Jahres.

Alternative für Radtouristen

Künftig soll über die neue Brücke auch eine Alternativroute für den zwischen Werder und Phöben verlaufenden beliebten Havelradweg angeboten werden, kündigte Bürgermeister Werner Große (CDU) an. Die Hauptroute führt direkt entlang der Landesstraße – ab kommenden Sommer sollen die Radtouristen zu einem Abstecher in die Havelauen animiert werden, wo derzeit auch die neue Blütentherme entsteht. Zudem ist an der Spitze zur Hafeneinfahrt ein Aussichtspunkt geplant. Auch das Flanieren an einer Hafenpromenade wird künftig möglich sein.

Begehrte Grundstücke im Norden

Vor allem aber wird mit der Brücke der lang gehegte Plan umgesetzt, eine durchgehende Nord-Süd-Achse in den Havelauen zu schaffen. Im nördlichen Wohngebiet haben die beiden Gesellschaften Trax und HPG die Erschließung für 225 Einfamilienhaus-Baugrundstücke mittlerweile weitgehend abgeschlossen. „Das Interesse daran hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, sagte HPG-Geschäftsführer Klaus-Peter Meißner am Dienstag vor der Presse. 97 Prozent aller Grundstücke seien bereits verkauft. Ein Drittel der Bauherren komme aus Werder, gefolgt von Potsdamern (22 Prozent) und Berlinern (14 Prozent) sowie Zuzüglern aus Nordrhein-Westfalen (6 Prozent). Im Herbst sollen dort noch zwei neue Spielplätze entstehen und 130 Bäume gepflanzt werden.

Großbaustelle im Süden

Auf der südlichen Seite des Hafens befinden sich unter anderem die Blütentherme und das kürzlich eröffnete Einkaufszentrum. Dort entsteht gegenwärtig auch eine 21 Meter breite Hafenpromenade mit Stadtplatz, finanziert von der HPG. Angrenzend will die Berliner Antan-Recona-Gruppe die sogenannten „Havelterrassen“ bauen. Gut 100 Wohnungen und zehn Gewerbeeinheiten sind in einem ersten Bauabschnitt geplant. Hochwertig ausgestattete, energieeffiziente, barrierefreie 49 bis 160 Quadratmeter große Appartements sollen für Kapitalanleger und Eigennutzer entstehen – auf Wunsch mit Bootsliegeplatz. 28 Millionen Euro will die Antan Recona, die bereits Bauherr des neuen Einkaufszentrums ist, in diesen ersten Bauabschnitt investieren. In einem zweiten Abschnitt sollen weitere 100 Wohnungen und 20 Gewerbeeinheiten folgen.

Auch für das Nachbarprojekt, die Sanierung von zwei alten Kasernenhöfen, gibt es gute Nachrichten. Für einen der beiden Komplexe liege seit Kurzem eine Baugenehmigung vor, sagte HPG-Chef Meißner. Die „Projekt Rentenvorsorge OHG“ aus Hannover will die in den 1930er-Jahren entstandenen Wehrmachtskasernen sowie in einem zu DDR-Zeiten für die Rote Armee gebauten Schulgebäude 155 hochwertig ausgestattete Wohnungen mit Gartenteil oder Dachterrasse einrichten – als Ferienwohnung, als Kapitalanlage oder zur Eigennutzung.

Hoffen auf den Kreisel

„Alles in allem liegen zwei erfolgreiche Jahre hinter uns“, sagte HPG-Chef Meißner. Drängend sei jedoch nach wie vor das Problem der Verkehrsanschließung. Vor allem nach der Eröffnung des neuen Einkaufszentrums hat sich die Situation zugespitzt. Die Kunden müssen einen engen Slalom bewältigen, um den Parkplatz zu erreichen. Für Jedermann werde deutlich, dass der Ausbau der Alten Kasernenstraße als Erschließungsstraße überfällig ist, so Meißner. Dafür sei die HPG verantwortlich. Allerdings nutze der Bau dieser Straße nichts, solange diese nicht an die L90 zwischen Werder und Phöben angebunden wird. Die Pläne, dafür an der Kreuzung L 90 / Elsastraße / Alte Kasernenstraße einen Kreisel zu bauen, existieren schon länger. Der würde etwa 500 000 Euro betragen – bisher hieß es seitens des Landes, dass dafür kein Geld vorhanden sei (PNN berichteten). Jetzt gebe es jedoch Signale vom Landesbetrieb für Straßenwesen, die Hoffnung machen, sagte Bürgermeister Große. Demnach wolle man versuchen, im nächsten Jahr díe Planung aufzunehmen und 2015 mit dem Bau zu beginnen. „Es muss eine Lösung geben“, so der Bürgermeister. Laut Meißner werden in den Havelauen einmal 3000 Menschen leben und in der Blütentherme wird jährlich mit etwa 500 000 Gästen gerechnet.

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