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  • 30.08.2013
  • von Andreas Koska

„Boomtown Werder“

von Andreas Koska

Zügig gebaut. Im Oktober 2012 war der erste Spatenstich gesetzt worden. Foto. A. Koska

Einkaufszentrum in den Havelauen eröffnet. Kunden sind mit dem Angebot zufrieden

Werder (Havel) - Am Ende der Ladenzeile in den Räumen, in denen demnächst ein Bistro eröffnen wird, wird noch fleißig gewerkelt. Alle anderen Geschäftsräume des neuen Einkaufszentrums in den Havelauen sind inzwischen bezogen und ziehen die Kunden aus der Umgebung an. Gestern wurde es feierlich eröffnet. „Es ist meine dritte und letzte Ansprache an diesem Standort“, versprach Eric Nestler, Geschäftsführer des Investors Antan-Recona. Im Oktober beim ersten Spatenstich und im April beim Richtfest hielt er die beiden anderen.

„Alles, was geplant worden ist, können sie jetzt anfassen“, war er auf das Ergebnis sichtlich stolz. Die Einkaufspassage gleicht einem L, mit dem Discounter Norma, dem Lebensmittelmarkt Sky, der zu Coop-Gruppe gehört, dem Textilhändler AWG, der hier seine 280. Filiale in Deutschland eröffnete, einer Apotheke, einem Friseur und einem Schuhhändler werden die Kunden ab sofort rundum versorgt.

Die Zielgruppe des Nahversorgungszentrums sind die Bewohner der Havelauen, aber auch die Phöbener und Töplitzer, wie Bürgermeister Werner Große (CDU) betonte. Das Stadtoberhaupt erinnerte in seinem Grußwort an die Gespräche mit dem Kommandanten der einst hier stationierten sowjetischen Streitkräfte. „Wir haben so manchen Wodka getrunken“, so Große, für den der Donnerstag ein schöner Tag war. „Jetzt eröffnen wir hier, danach geht es zum Richtfest in die Blütentherme“, war Große voller Vorfreude (siehe Bericht).

Auf dem zwei Hektar großen Areal sind 6 100 Quadratmeter Handelsfläche entstanden, die nach Angaben von Nestler in diesem ersten Bauabschnitt knapp zehn Millionen Euro gekostet haben. Als Nächstes soll in den kommenden Wochen mit dem Bau einer Tankstelle begonnen werden. Hier wartet man dringend auf die Baugenehmigung.

Vize-Landrat Christian Stein (CDU) dämpfte die Erwartungen. „In Werder entsteht viel Neues, Werder ist Boomtown, sodass in der Baugenehmigungsbehörde behauptet wird, man könne die vielen Anträge nicht so schnell bearbeiten – alles Ausrede“, sagte Stein zur manchmal schleppenden Bearbeitung. Nestler will sich nicht entmutigen lassen, Bauabschnitt zwei soll nächstes Jahr in Angriff genommen werden. Außerdem will man auf den Havelterrassen hinter dem Einkaufscenter 207 barrierefreie Wohnungen errichten.

Die Kunden scheinen zufrieden. Adelheid Lehmann ist auf ihrem Schiff in der Marina zuhause. „Es ist top, wir haben kurze Wege und bekommen hier alles“, zeigt sich die Rentnerin zufrieden, allerdings fehlt ihr ein regionales Angebot. „Ihr habt doch so tolle Produkte, ein solcher Regioladen wäre hier gut“, schlägt sie vor. Rebekka Baethge ist mit ihrem Sohn zum Einkaufen gekommen. „Es ist alles so schön aufgeräumt und freundlich, ich hoffe, es bleibt auch so“, wünscht sich die Werderanerin, die künftig hier ihre Besorgungen erledigen will.

Vom befürchteten Verkehrskollaps war übrigens nicht zu spüren, die 200 Parkplätze waren ausreichend. Einzig ein Gülletrecker sorgte für einen Stau, als der Landwirt auf der L90 rückwärts auf sein Grundstück fuhr. Der Stau löste sich jedoch schnell auf.

Das Einkaufscenter soll später noch eine zweite Anbindung zur Landesstraße bekommen. Allerdings ist die Finanzierung noch nicht abschließend geklärt. Das gilt auch für den Tunnel, der einmal die trennenden Bahnschranken zur City überwinden soll. Andreas Koska

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