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  • 16.10.2012
  • von Thomas Lähns

Ja-Wort im Wasserturm

von Thomas Lähns

Beelitzer Standesamt will Außenstellen eröffnen

Beelitz - Hochzeitspaare sollen in Beelitz künftig die Wahl haben: Wollen sie im traditionellen Goethesaal die Ringe tauschen – oder doch lieber hoch über der Stadt im alten Wasserturm? Auch eine standesamtliche Trauung im Heizkraftwerk in Beelitz-Heilstätten könnte bald möglich sein – und im rustikalen Ambiente der Bockwindmühle. Seine Ideen dazu hat Bürgermeister Bernhard Knuth (BBB) am Montagabend im Hauptausschuss der Stadt vorgestellt.

Der Wasserturm am Liebknecht-Park gehört der Stadt und könnte auf diesem Wege wieder stärker ins öffentliche Leben Eingang finden. Das sanierte Objekt wird derzeit in erster Linie vom Verein Sternenfreunde Beelitz genutzt, die unter dem Dach eine Sternwarte betreiben. Zwischenzeitlich war auch die Einrichtung eines Naturparkzentrums für das Nuthe-Nieplitz-Schutzgebiet im Gespräch. Auch Pläne, hier ein Restaurant zu betreiben, hatte es gegeben – zuletzt im Zuge der letztendlich gescheiterten Bewerbung um die Landesgartenschau 2013. Der Raum in der Turmspitze biete sich von seiner Größe her gut für Trauungen an, erläuterte Knuth im Vorfeld den PNN.

Die beiden anderen Wunschorte befinden sich im Eigentum von Vereinen, mit denen sollen jetzt Gespräche aufgenommen werden, so Knuth. Das ebenfalls seit Jahren sanierte Heizkraftwerk Beelitz-Heilstätten wird vom gleichnamigen Förderverein betrieben, der hier regelmäßig Führungen anbietet und dabei auch das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung erläutert. Das wurde hier bereits Anfang des 19. Jahrhunderts genutzt, um die damals entstandene Lungenheilanstalt zu versorgen. Die Beelitzer Bockwindmühle wird von den Mühlenfreunden betrieben, die das Technikdenkmal vor fünf Jahren haben aufwendig rekonstruieren lassen. Der Verein bietet selbst sogenannte „Vermehlungen“ an: Müller Ulrich Hyna führt in einem symbolischen – aber nicht amtlichen – Akt Braut- sowie Silber- und Goldhochzeitspaare zusammen. Mit einer Außenstelle des Standesamtes könnten Paare hier alles mit einem Mal erledigen.

Laut Vorgaben des Landes ist den Kommunen selbst überlassen, wo ihre Standesbeamten Hochzeitspaare trauen – allerdings solle es in einem würdigen Rahmen stattfinden. Außerdem muss man sich die Ja-Worte in einem geschlossenen Raum geben. In einer verwaltungswissenschaftlichen Abhandlung heißt es dazu: „Trauungen in der Gondel einer Seilbahn oder eines Riesenrads, in einem Freiballon oder im Zoo werden den Anforderungen nicht gerecht.“ All dies soll es bereits gegeben haben, und trotzdem hätten die Ehen und Lebenspartnerschaften Rechtskraft erlangt. Beelitz wäre mit seinen Orten also auf der sicheren Seite. Thomas Lähns

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