Gegen den früheren Geschäftsführer wird ermittelt, ehemalige Mitarbeiterin erhebt Vorwürfe
Kleinmachnow - Steckt der Kleinmachnower Hort Pusteblume in finanziellen Schwierigkeiten? Das zumindest vermutet die frühere Geschäftsführerin Kerstin Kempf-Steinau. Sie wirft den Vereinschefs vor, den Kita-Träger gezielt in die Insolvenz zu führen, um eigenen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen zu müssen. Die Pusteblume-Geschäftsführung wollte sich zu dem Vorwurf am Dienstag auf Anfrage noch nicht äußern.
Kempf-Steinau selbst war vom Verein fristlos gekündigt worden, sie klagt derzeit vor dem Potsdamer Arbeitsgericht dagegen. Nun äußert sie den Verdacht, dass der Pusteblume-Verein auch eigene Forderungen nicht eintreibt, um wiederum Außenstände nicht begleichen zu müssen: „Gegen meinen Vorgänger Alexander K. bestehen offene Forderungen des Vereins – die aber werden von der neuen Geschäftsführung nicht angemahnt.“ Die Zahlungsunfähigkeit werde in Kauf genommen. K. war Gründer des Pusteblume-Vereins.
Kempf-Steinau sagt nun, eine Nachfolgeeinrichtung für die Kleinmachnower Pusteblume stehe in Potsdam schon bereit: die Einzelfallhilfe-Manufaktur – gegründet von ihrem Vorgänger K. Auch dazu wollte sich die Geschäftsführung von Pusteblume nicht äußern. K. selbst war für eine Stellungnahme am Dienstag nicht erreichbar.
Klar ist aber: K. ist Gründungsmitglied der Einzelfallhilfe-Manufaktur in Potsdam, ebenso seine Frau und seine Mutter. Alle drei hatten zuvor in der Pusteblume gearbeitet. Nach Einschätzung von Kempf-Steinau hat K. auch sein Konzept zur Betreuung geistig behinderter Kinder in den neuen Verein mitgenommen. Der Fall hat eine lange Vorgeschichte: Die Kleinmachnower Betreuungseinrichtung Pusteblume für Kinder mit einem geistigen Handicap hätte bereits im vergangenen Herbst schließen müssen, hätten nicht engagierte Eltern und Angestellte schnell reagiert: Sie zeigten Gründer und Geschäftsführer K. wegen des Verdachts der Unterschlagung an (PNN berichteten). Die Vorwürfe, die Mitarbeiter des Vereins gegen K. erhoben, sind schwer: Über zwei Jahren hinweg habe nicht Buch geführt, dementsprechend auch keinen Jahresbericht vorgelegt. Es seien unnötig Stellen geschaffen worden – für Angehörige. K.’s Ehefrau habe zudem noch Gehalt bezogen, nachdem sie bereits seit anderthalb Jahren nicht mehr für den Verein gearbeitet habe. „Die Ermittlungen zu dem Fall dauern bis heute an“, sagte Tom Köpping von der Staatsanwaltschaft Potsdam am Dienstag.
Der Landkreis fördert den Verein Pusteblume noch immer. Nach Angaben von Kleinmachnows Rathaussprecherin Martina Bellack zahlt die Gemeinde nur für die betreuten Kinder aus der eigenen Kommune. Darüber hinaus bekomme der Verein kein Geld von der Kommune. Von einer möglichen Zahlungsunfähigkeit des Vereins wisse sie nichts.
Nach der Absetzung K.’s im Herbst 2011 übernahm Kempf-Steinau die Geschäfte – bis ihr, nach eigenen Aussagen, im März dieses Jahres vom neuen Vereinsvorstand gekündigt wurde. Der Grund: „Der Vorstand wollte sich damals auf die Kernkompetenzen des Vereins konzentrieren, also die Betreuung von Kindern mit Handicap“, so Kempf-Steinau. Sie selbst habe aber das angeschlagene Image des Vereins verbessern wollen und sich deshalb für die Ausweitung der Vereinstätigkeit eingesetzt – etwa im „Dorv-Zentrum“ in Seddin. ArianeLemme
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