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  • 10.02.2012
  • von Hagen Ludwig

Brand in Seniorenheim: Ermittlungen gegen Pflegerinnen

von Hagen Ludwig

Etwa hundert Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Nuthetal und umliegenden Gemeinden sowie von Rettungsdiensten, Polizei und Notfallseelsorge waren am Brandort in Saarmund. Foto: Feuerwehr Nuthetal

Die Ursache für den Brand im Saarmunder Seniorenheim, durch den ein 62-jähriger Bewohner ums Leben gekommen ist, ist noch unklar.

Nuthetal - Nach dem Tod eines 62-Jährigen am Mittwochabend in der Saarmunder Seniorenresidenz an der Alleestraße wird gegen zwei Pflegerinnen ermittelt. „Wir haben ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, Ralf Roggenbuck, den PNN. Die Ermittler prüfen den Anfangsverdacht, dass die 31 und 49 Jahre alten Frauen gegen ihre Sorgfaltspflicht verstoßen haben. Konkret werde untersucht, ob die Pflegerinnen, die beim Ausbruch des Brandes Dienst im Heim hatten, die Pflicht und die Möglichkeit gehabt haben, den Mann aus seinem verrauchten Zimmer zu retten. Wie berichtet hatten erst die alarmierten Feuerwehrleute den 62-jährigen aus seinem Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen war, geholt. Er verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Brandursache war auch am Freitag noch nicht geklärt. „Die kriminaltechnischen Untersuchungen sind abgeschlossen, ein Ergebnis liegt nocht vor“, sagte Polizeisprecher Torsten Ringel den PNN.
„Das stark verrauchte Dachgeschoss und die Wohnung des Mannes konnten die Einsatzkräfte nur mit Atemschutzgeräten betreten“, schilderte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Jan Ehlers, die Situation am Brandort. Insofern sieht Achim Wenk, Geschäftsführer der im Haus tätigen Hauskrankenpflege „Schwester Reinhild“ GmbH, auch keine Sorgfaltspflichtverletzung der Pflegerinnen. Nach seinen Angaben waren sie gegen 22.30 Uhr durch mehrere Rauchmelder alarmiert worden. „Die Pflegerinnen hätten den Mann nur mit einem Brandschutzsanzug und Atemmaske aus dem Zimmer retten können“, sagte er den PNN. Eine Schwester habe noch versucht, in den Raum zu gehen, doch Flammen und Rauch seien zu stark gewesen. Die Schwester habe dann vergeblich versucht, den Brand mit dem Feuerlöscher zu löschen. „Die Frau steht noch unter Schock, sie hat den Mann schreien gehört, doch sie hatte keine Möglichkeit ihn aus den Flammen zu retten“, so Wenk. Laut Staatsanwaltschaft gebe es Anhaltspunkte dafür, dass der 62-Jährige an einer Rauchvergiftung gestorben ist. Endgültige Klarheit soll eine Obduktion am Montag bringen.
Bei dem Brand in der Seniorenresidenz sind keine weiteren Personen verletzt worden. Evakuierung und Brandbekämpfung hätten im Zusammenwirken der fast 100 Einsatzkräfte reibungslos und beispielhaft funktioniert, sagte Ehlers den PNN. Laut Polizei hatten die beiden Pflegerinnen die Feuerwehr informiert und dann begonnen das betroffene Stockwerk zu evakuieren. Nach dem Löscheinsatz konnten die Bewohner wieder in ihre Räume zurückgebracht werden.

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