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  • 10.02.2012
  • von Ute Kaupke

Saarmund: Todesopfer bei Brand in Seniorenheim

von Ute Kaupke

Großalarm: Etwa hundert Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Nuthetal und umliegenden Gemeinden sowie von Rettungsdiensten, Polizei und Notfallseelsorge waren am Brandort in Saarmund. Foto: Feuerwehr Nuthetal

Ein 62-Jähriger wurde nach einem Brand in der Seniorenresidenz in der Saarmunder Alleestraße aus den Flammen gerettet, verstarb jedoch auf dem Weg ins Krankenhaus.

Nuthetal - Ein 62 Jahre alter Mann ist nach einem Brand in der Seniorenresidenz in der Saarmunder Alleestraße gestorben. Das Feuer war in der Nacht zum Donnerstag aus noch nicht geklärter Ursache im Zimmer des Mannes ausgebrochen. Der 62-Jährige starb noch während der Fahrt ins Krankenhaus. Andere Zimmer waren von dem Brand nicht betroffen, wegen der starken Rauchentwicklung mussten jedoch zwei Etagen des Heimes zeitweilig evakuiert werden.

Gegen 22.45 Uhr hatte das Pflegepersonal laut Polizei die Rauchschwaden bemerkt, die Feuerwehr alarmiert und die Evakuierung eingeleitet. Wenig später trafen etwa hundert Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Nuthetal und umliegenden Gemeinden sowie von Rettungsdiensten, Polizei und Notfallseelsorge ein.

Das Pflegepersonal hatte bei Eintreffen der Feuerwehr bereits mit einem Feuerlöscher die Brandbekämpfung aufgenommen. Unter Atemschutz sei nach Bergung des Zimmerbewohners das Feuer dann schnell unter Kontrolle gebracht und gelöscht worden, berichtete der Einsatzleiter der Nuthetaler Feuerwehr, Jan Ehlers, gegenüber den PNN.

Ein Teil der 67 Bewohner, vorwiegend aus dem Dachgeschoss, musste in rauchfreie Abschnitte des Hauses evakuiert werden. Ohne Fahrstuhl habe sich das bei zahlreichen nicht gehfähigen Bewohnern über das Treppenhaus schwierig gestaltet. Noch während des Einsatzes konnten die Bewohner jedoch in ihre Räume zurückgebracht werden. Zwei Personen wurden vorübergehend in einem Michendorfer Heim untergebracht. Nur vier Zimmer mussten in der Nacht wegen des Rauches gesperrt bleiben. Um 23.35 Uhr war der Brand vollständig gelöscht. Gegen zwei Uhr zogen die Einsatzkräfte ab, so Ehlers. Wasser- und Rußschäden hielten sich in Grenzen. Die Polizei ermittelt nun zur genauen Brandursache ebenso wie zur Todesursache. Bisher gebe es noch keine endgültigen Ergebnisse, hieß es gestern. „Nach ersten Erkenntnissen war eine Sporttasche in der betroffenen Wohnung in Brand geraten. Die Flammen griffen dann auf die Auslegware über“, sagte eine Polizeisprecherin. Die gesperrten Räume sind in der Zwischenzeit von der Heimaufsicht wieder freigegeben worden.

Die Saarmunder Residenz bietet betreutes Wohnen in 65 Ein - und Zweibettappartments an. Nach Information von Achim Wenck, Geschäftsführer der im Haus tätigen Hauskrankenpflege Schwester Reinhild GmbH Glindow könnte es am Brandort möglicherweise auch eine Verpuffung gegeben haben. Das vermute die Feuerwehr nach ersten Einschätzungen, sagte er gegenüber den PNN. Der Bewohner sei Raucher gewesen und habe seit einem Jahr aus medizinischen Gründen ein Sauerstoffgerät in seinem Zimmer gehabt. „Wenn die Geräteschläuche in den Flammen schmelzen, kann der austretende Sauerstoff in Verbindung mit Feuer eine Verpuffung verursachen“, so Wenck.

Der Geschäftsführer sieht allgemein Probleme in Heimen, in denen die Bewohner zur Miete wohnen. In den eigenen vier Wänden könnten sie tun, was sie wollen. Der verstorbene Bewohner sei auf das Gefahrenpotenzial hingewiesen worden, dem er als Raucher und Nutzer eines Sauerstoffgerätes ausgesetzt sei. Ein Rauchverbot könne von der Hauskrankenpflege, die lediglich ihre Dienste in den Wohnungen anbiete, jedoch nicht ausgesprochen werden. Nach Ansicht des Geschäftsführers stehe die Frage, ob in Heimen das Mietrecht aus sicherheitsrelevanten Gründen eingeschränkt werden sollte. Dazu müsse aber die Rechtsgrundlage geändert werden.

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