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  • 17.11.2011
  • von Henry Klix

„Töplitzer Primeur“

von Henry Klix

Da er selbst keltert, hat Klaus Wolenski auch über den Winter zu tun. Foto: hkx

„Weingut Klosterhof“ stellt nach französischer Sitte schon am Samstag den Weinjahrgang 2011 vor

Werder (Havel) - Auf dem „Weingut Klosterhof“ in Töplitz wird in diesem Jahr erstmals ein „Töplitzer Primeur“ ausgeschenkt. Winzer Klaus Wolenski übernimmt damit eine Tradition, die einst im französischen Weinbaugebiet Beaujolais begründet wurde: Seit 1951 wird der Wein dort schon im Jahr seiner Herstellung verkauft, traditionell geschieht das am dritten Donnerstag im November. Diese Form der Vermarktung hat für einen weltweiten Siegeszug des Beaujolais gesorgt. In Töplitz hofft man nun auf einen ähnlichen Effekt – in kleinerem Maßstab.

Winzer Wolenski kann es ohnehin kaum erwarten, in seiner Besenwirtschaft den neuen Weißwein-Jahrgang vorzustellen, am Samstag um 14 Uhr soll es soweit sein. Von Bacchus, Riesling und Grauburgunder sollen vorher jeweils 200 Flaschen abgefüllt werden. Besonders der Bacchus könne sich sehen lassen: „Sieben Gramm Säure, elf Prozent Alkohol und kein Restzucker: Das sind Traumwerte“, sagt Wolenski. Schon mit den Erträgen war der Winzer sehr zufrieden, inzwischen zeichne sich auch qualitativ ein erfolgreicher Jahrgang ab.

Der Primeur sei allerdings etwas für Liebhaber, wie er einräumt. Zwar würden sich bis zur Abfüllung der Fässer im Frühjahr die Werte nicht ändern. „Der Geschmack wird aber intensiver, fruchtiger und kräftiger“, so Wolenski. Immerhin könne man an der frühen Abfüllung schon erkennen, „in welche Richtung es geht“.

Rund 21000 Flaschen will Wolenski, der als einziger Weinbauer in der Mark seine Weine auch selbst keltert, vom Jahrgang 2011 herstellen. Die eigene Kelterei habe zur Folge, dass er auch über den Winter viel zu tun haben wird. „Es muss jeden Tag probiert werden.“ Wenn sich Fehler einschleichen, müsse gegengesteuert werden. Der Rotwein werde zum Beispiel gerade prophylaktisch gelüftet, um Mufftöne, die sogenannten Böckser, zu vermeiden.

Vor fünf Jahren hatte Wolenski den verwilderten, einst von den Zisterziensern angelegten Weinberg in Neu-Töplitz wieder aufgerebt. In Werder gibt es neben dem Klosterhof-Landwein außerdem noch den zertifizierten und überregional bekannten „Werderaner Wachtelberg“ und den „Kagelwit“ von einem kleinen Weinberg in Phöben. Auch der wird inzwischen in Töplitz gekeltert. Henry Klix

www.weingut-toeplitz.de

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