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  • 12.11.2011
  • von Henry Klix

Tanne aus Werder vorm Schloss Bellevue

von Henry Klix

Werbung für Werder: Am 25. November werden die Lichter angeknipst. Foto: dpa/Archiv

Baum vor dem Bundespräsidialamt in diesem Jahr vom Tannenhof / Gymnasiums-Chor knipst Lichter an

Werder (Havel) / Berlin - Der Weihnachtsbaum vor dem Schloss Bellevue wird in diesem Jahr erstmals aus Werder kommen. Er wird in den nächsten Tagen auf der Plantage des Werderaner Tannenhofs geschlagen, wie Geschäftsführerin Karin Lorenz auf Anfrage bestätigte: „Das Bundespräsidialamt hat sich für eine elf Meter hohe Coloradotanne entschieden.“ Sie gehöre zu den größten auf der Plantage. Der Tannenhof sei eine der wenigen Plantagen, die diese „Exoten“ aus Kanada überhaupt im Angebot haben. Das Licht wird von Bundespräsident Christian Wulff (CDU) am 25. November mit Schülern des Werderaner Ernst-Haeckel-Gymnasiums angeknipst.

„Die Coloradotanne ist ein schöner Weihnachtsbaum mit Nadeln, die noch länger sind als bei der Nordmanntanne“, sagte Lorenz. Bekannt sei der Baum für seinen harzigen Orangenduft. Vorteil der Coloradotanne sei, dass sie dichter ist als zum Beispiel die Rotfichte, die zur Weihnachtszeit häufig im Außeneinsatz ist. „Es ist Zufall, wenn man mal eine schön gewachsene Rotfichte im Wald findet“ – Lorenz erinnert an die Schlagzeilen über „Krücken vor der Gedächtniskirche“. Allerdings sei auch der Pflegeaufwand für eine Coloradotanne beachtlich: Von den einst 100 auf dem Tannenhof gepflanzten Exemplaren mussten schon etliche gefällt werden, weil „sie kränkelten, ein Trekker gegengefahren ist oder sich ein Vogel auf die Spitze setzte“.

Den Tannenhof hat Kerstin Lorenz mit ihrem Mann Gerald Mai kurz nach der Wende ins Leben gerufen. Inzwischen wachsen auf der fast 50 Hektar großen Plantage vor dem Werderaner Ortsteil Plötzin neben Nordmanntannen auch Koreatannen, Blaufichten, Schwarzkiefern, Rotfichten, Douglasien, Serbische Fichten – und Coloradotannen. Die Entscheidung des Bundespräsidialamtes für ein 20 Jahre altes Exemplar sei bei einem Vor-Ort-Termin gefallen, zu dem der Schlossgärtner mit Präsidialbeamten erschienen war. Zuvor waren bereits Fotos von dem guten Stück in die Hauptstadt versandt worden.

Nächste Woche wird geliefert, dann geschmückt. Lorenz hatte beim Bundespräsidialamt angefragt, ob zum Termin der Aufstellung auch Werderaner Mädchen und Jungen auftreten können. Die Wahl fiel auf das Ernst-Haeckel-Gymnasium. Dort haben bereits die Vorbereitungen begonnen. Aus den Klassenstufen 5 und 6 werde ein Chor gebildet, sagte Vize-Schulleiter Bernd Zube den PNN. Zum Programm sollen drei Lieder und eine Rezitation gehören. „Ein Auftritt beim Bundespräsidenten – das ist für unsere Schule eine tolle Sache“, freut sich Zube. Auch auf dem Tannenhof ist man beglückt über die Werbung für das Unternehmen und die Stadt Werder.

„Es wäre natürlich toll, wenn wir den Bundespräsidenten auch einmal bei einer Saisoneröffnung begrüßen könnten“, sagt Karin Lorenz. Die nächste Gelegenheit dazu würde sich am ersten Adventswochenende (9-17 Uhr) ergeben. Ab dann wird wieder die Möglichkeit bestehen, Bäume selbst auf dem Tannenhof zu schlagen. 3000 Bäume will man in diesem Jahr direkt von der Plantage verkaufen, 35 000 weitere an 30 Verkaufsständen zwischen Rostock und Halle. Das Sortiment werde mit Zukäufen komplettiert, die rund 30 Prozent des Verkaufs ausmachen.

Lorenz rechnet damit, dass über 1,70 Meter große Weihnachtsbäume in diesem Jahr etwas teurer werden. Grund: Bis vor sechs Jahren wurden wegen eines Stichtages für eine EU-Flächenprämie viele dänische Plantagen gerodet. (mit ldg)

werderaner-tannenhof.de

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