22.07.2018, 26°C
  • 10.07.2018
  • von Eva Schmid

Badesaison in Potsdam-Mittelmark: Der Sommer kann so weitergehen

von Eva Schmid

Foto: A. Klaer

Bei viel Sonne und heißen Temperaturen ziehen mittelmärkische Frei- und Strandbäder eine positive Zwischenbilanz der Saison.

Das, was Landwirten und Gärtnern derzeit Sorgen bereitet, ist für die Betreiber von Frei- und Strandbädern ein Segen. Wochenlang schönstes Badewetter mit Temperaturen von über 25 Grad. Selbst wenn es, wie am heutigen Dienstag, etwas kühler sein sollte, hält der Schönwettertrend an. Am Wochenende soll es wieder heiß werden. Die PNN geben einen Überblick, wie die Saison in den Bädern der Mittelmark läuft.

Freibad Kleinmachnow

Mit einem Monat Verspätung ist in den Kiebitzbergen die Saison gestartet. Rund sechs Millionen Euro hat die Sanierung des Freibads von Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow gekostet. Neben neuen Becken sprudelt es jetzt im Nichtschwimmerbecken aus dem Boden; Wer will, kann sich Nacken und Schultern per Wasserstrahl massieren lassen. Die Reaktionen auf das neue Bad seien durchweg positiv, so Geschäftsführer Markus Schmidt. Bisher seien 30 000 Gäste gekommen, das sei ganz gut. Für einen Juni habe das Bad bereits starke Zahlen eingefahren. Sein großer Wunsch: bis zum Saisonende am 16. September will er die 100 000er Marke knacken. An heißen Tagen tummeln sich im Kiebitzbergebad bis zu 4000 Badende. Laut Schmidt würden vor allem viele Frühschwimmer kommen. Eine neue Solaranlage halte die Wassertemperatur auf 23 Grad, früher sei es kälter gewesen. Die Preise indes sind gleichgeblieben, jedoch gibt es Überlegungen, den Eintritt an den der Berliner Bäderbetriebe anzupassen. Dort zahlt man als Erwachsener 5,50, in Kleinmachnow bisher noch 4 Euro.

Strandbad Ferch

Klein und fein ist das Strandbad Ferch, idyllisch am Schwielowsee gelegen, dessen Wasserqualität von den Behörden jüngst als ausgezeichnet eingestuft wurde (siehe Kasten). „Wir arbeiten am Limit“, sagt Betreiberin Regine Rejall. Bereits seit Ostern hat das Strandbad geöffnet. Und die Saison ist lang, sie geht bis Ende Oktober. Wenn die Wasser- und Lufttemperaturen sinken, können die Besucher noch immer den Ausblick von der Caféterrasse auf das Wasser genießen. Zwischen 22 und 24 Grad ist der Schwielowsee derzeit warm, teilweise sind bis zu 400 Gäste im Strandbad. Auch Rejall ist mit der Saison bisher sehr zufrieden. Der Eintritt liegt für Erwachsene bei 2,60 Euro, Kinder zahlen 1 Euro.

Güterfelder Haussee

Der Badesee in Stahnsdorf ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Er ist zwar keine offizielle Badestelle, da die Bademöglichkeit in der Teltower Region aber begrenzt sind, springen hier an heißen Tagen bis zu 70 Menschen ins Wasser. Der Besuch der Badestelle ist bisher kostenlos. Vor Ort betreibt Stahnsdorfs Starkoch Ronny Pietzner seit 2005 einen Imbiss. Frittiertes gibt es dort nicht, „nur Rostbratwurst, die mir auch schmeckt“, sagt Pietzner. Neben Softeis und Bier vom Fass gibt es manchmal auch frisch gebackenen Kuchen. Bereits am 1. April startete der Koch in die Saison, der Mai sei sehr gut gewesen, der Juni eher durchwachsen. Pietzner spricht bisher von einer normalen Saison.

Campingplatz Neuseddin

Mitten im Wald gelegen, umgeben von hohen Kiefern, liegt der helle Sandstrand der Badestelle am Seddiner See. Sie ist auf dem Campingplatz Icanos gelegen, der auch Badegäste auf das Gelände lässt. Wie in Güterfelde ist ein Maximum bei bereits 70 Badegästen erreicht. Die Badesaison hat erst vor gut einem Monat begonnen, man sei jedoch schon recht überlaufen, heißt es von der Rezeption des Campingplatzes. Auch viele Berliner kommen an den Seddiner See rausgefahren. Gebadet wird bei derzeit 24 Grad Wassertemperatur. Der Besuch der Badestelle ist kostenlos, der Parkplatz kostet 2 Euro am Tag.

Strandbad Werder

Das städtische Strandbad in Werder (Havel) am Plessower See hat die Saison bisher eher ruhig angehen lassen. An Wochentagen war wenig los, besonders im Juni. Mit den Sommerferien rechnet man mit mehr Betrieb, auch am Vormittag. Mario Müller, der Pächter, ist bereits am 1. Mai in die Saison gestartet, die bis Ende August geht. Wer in den 24 Grad warmen Plessower See springen will, zahlt 3, ermäßigt 1,50 Euro.

Camping Ringelspitze

Gegenüber vom Strandbad Glindow befindet sich die zweite offizielle Badestelle am Glindower See, auf dem Gelände des Campingplatzes Riegelspitze in Werder. Derzeit kommen an warmen Tagen bis zu 60 Badegäste auf das Gelände, der Strand ist nicht nur für die Camper da. Maika Grobies, die die Rezeption leitet, spricht von einer Saison, die die vergangene wieder wettmacht. Der vergangene Sommer sei sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Bei jetzt „phänomenalem“ Wetter laufe die Saison bisher gut. Wer dort baden will, zahlt 2, ermäßigt 1 Euro Eintritt. Der Campingplatz ist von April bis Oktober geöffnet.

Freibad Beelitz

Auch recht spät in diesem Jahr, und zwar am 24. Mai, hat das Beelitzer Freibad seine Tore geöffnet. Aus der Stadtverwaltung heißt es, dass die Besucherzahlen mit denen anderer Jahre bisher vergleichbar seien. An heißen Tagen kommen bis zu 500 Gäste, um sich in den zwei Becken zu erfrischen. Für Familien mit kleineren Kindern gibt es einen separaten Bereich mit kleinen Wasserspielen. Das ist in Wochen wie dieser, in der auf dem Gelände eine Jugendfreizeit stattfindet, hilfreich. Vor allem Kinder und Jugendliche kommen in Beelitz auf ihre Kosten, es gibt eine Plastikrutsche, einen Kicker, ein Volleyballfeld, Pommes und Eis. Erwachsene zahlen 2,60 Euro, Kleinkinder nur 30 Cent.

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Service: Wie sauber sind die mittelmärkischen Seen?

Der mittelmärkische Gesundheitsfachdienst nimmt alle vier Wochen in den Sommermonaten von Mai bis August die Badeseen im Landkreis unter die Lupe. Vor Ort wird das Wasser auf Algen kontrolliert, die Prüfer entnehmen zudem Proben. Im Fokus der Prüfer sind die so genannten EU-Badestellen, dazu zählen unter anderem das Strandbad Glindow und die Badestelle am Blütencamping Riegelspitze am Glindower See, das Strandbad in Caputh und Ferch am Schwielowsee sowie das Strandbad Werder am Plessower See. Sie sind der EU als offizielle Badestellen gemeldet und müssen daher bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich der Wasserqualität erfüllen. Zudem muss der Kreis regelmäßig über die dortige Wasserqualität öffentlich informieren.

Bei den Kontrollen vergangene Woche konnte der Gesundheitsdienst keine größeren Beanstandungen feststellen. Die Wasserqualität an den Badestellen am Glindower und Plessower See sowie am Schwielowsee ist ausgezeichnet. Neben den EU-Badestellen kontrollieren die Prüfer weitere 35 Badestellen, darunter den Güterfelder See, den Lieniwitzsee, den Seddiner See und den Kleinen Zernsee. Auch hier gibt die Kreisverwaltung grünes Licht: So dürfe an allen Badestellen gebadet werden. Bisher habe es keine bakteriologischen Auffälligkeiten gegeben. Nur vereinzelt seien Sichttiefen knapp unter einem Meter und eine leichte Algendominanz festgestellt worden.

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