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  • 09.07.2018
  • von Solveig Schuster

Abriss der Rammrath-Brücke besiegelt

von Solveig Schuster

Ab Mai 2019 soll das Bauwerk mit Betonkrebs ersetzt werden – unklar ist, ob es so lange noch durchhält

Teltow - Noch ein knappes Jahr muss sie durchhalten, dann wird die von Betonkrebs zerfressene Rammrath-Brücke ersetzt. Wie das Wasserstraßenneubauamt auf Nachfrage der PNN bestätigte, plane die Behörde, ab Mai 2019 mit dem Neubau über den Teltowkanal zu beginnen. Für den Autoverkehr wird die Brücke voraussichtlich mit Ferienbeginn am 20. Juni kommenden Jahres gesperrt sein.

Ob die Brücke überhaupt noch ein Jahr durchhält, ist indes fraglich: „Die Risse im Beton nehmen kontinuierlich zu“, erklärte Rolf Dietrich, Leiter des Wasserstraßenneubauamtes Berlin (WNA). Die Behörde werde das Bauwerk daher weiter beobachten. Eine Prognose, wann sie gesperrt werden muss, sei derzeit nicht möglich, so Dietrich.

Wie berichtet hat die in den 1970er- Jahren entstandene Brücke, die von der Warthestraße in Teltow zum Thomas-Müntzer-Damm in Kleinmachnow führt, ihren Zenit seit einiger Zeit überschritten. Der notwendig gewordene Neubau verzögerte sich jedoch durch die Diskussion um die Breite der neuen Brücke. Während der Bund lediglich eine Brücke finanzieren will, die den Maßen der alten entspricht, hatten sich Teltow und Kleinmachnow ein größeres, den heutigen Anforderungen entsprechendes Bauwerk gewünscht. In diesem Fall hätten sie die Brücke aber selbst bezahlen müssen und ihren Wunsch wieder verworfen (PNN berichteten).

Drei bis vier Millionen Euro wird der Bund nun in den Bau der neuen Brücke investieren, die zwar genauso breit wie die ursprüngliche ist, aber dennoch verkehrssicherer werden soll. Um den Rad- und Fußweg auf drei Meter verbreitern zu können, werde die Fahrbahn auf sechs Meter verengt, erklärt der WNA-Chef.

Zudem soll es während der 18 bis 24 Monate andauernden Bauzeit westlich der Rammrath-Brücke eine Behelfsbrücke geben. Über diese sollen zwar hauptsächlich Leitungen verlegt werden, jedoch könne sie auch von Fußgängern genutzt werden. „Die Zugänge werden stufenlos sein, sodass auch Fahrräder und Kinderwagen über diese Behelfsbrücke geschoben werden können“, so Dietrich. Rund 300 000 Euro werde die Überführung voraussichtlich kosten, die sich Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und Leitungsbetreiber teilen. Nach Angaben des WNA werde der Entwurf für den Neubau derzeit von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt geprüft. Ist der Bau genehmigt, werde er ausgeschrieben.

Im Mai 2019 soll zunächst die Behelfsbrücke gebaut werden. Im Anschluss werden die Rammrath-Brücke zurückgebaut und Uferspundwände im Bereich der Brücke ausgetauscht. Danach wird die Brücke neu gebaut. Der Schiffsverkehr auf dem Teltowkanal werde durch den Bau nur geringfügig beeinträchtigt, erklärte Dietrich. Lediglich für den Rückbau des alten und den Einhub des neuen Brückenüberbaus müsse der Kanal tageweise gesperrt werden. Der Autoverkehr wird indes über die Friedens- und Knesebeckbrücke umgeleitet.

Letztere wird die nächste Brücke in der Region sein, die laut Wasserstraßenneubauamt erneuert werden muss. Auch hierfür gibt es bereits Planungen. Begonnen werde aber erst, wenn die neue Rammrath-Brücke fertig ist, so Dietrich. Solveig Schuster

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