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Werder

  • 07.07.2018
  • von Eva Schmid

Fertighaushersteller sucht nach neuem Käufer: Haacke Haus meldet Insolvenz an

von Eva Schmid

Werder (Havel) - Das Traditionsunternehmen Haacke Haus hat Insolvenz angemeldet. Der Fertighaushersteller hat darüber in einer Pressemitteilung in dieser Woche informiert. Das Unternehmen, das seit 1992 einen Standort in Neu Plötzin betreibt, will den Betrieb in Eigenverwaltung sanieren.

„Wir sind mit Hochdruck dabei, einen oder mehrere Investoren zu suchen“, sagte Rechtsanwalt Christian Willmer, der derzeit die wirtschaftliche Lage des ins Straucheln geratene Unternehmens prüft. Bis August habe man Zeit, das Unternehmen noch zu retten.

Mehrere Gründe haben dazu geführt, dass der Fertighausproduzent, der einen Großteil seiner 170 Mitarbeiter in Werder beschäftigt, in Schieflage geraten ist. Neben schwierigen Marktbedingungen und einem starken Druck durch Wettbewerber, würde derzeit auch die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sinken. Unklar blieb am Freitag indes, warum das Interesse an Einfamilienhäusern abnimmt.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Haacke Haus noch einen Umsatz von rund 24 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen wurde bereits mehrfach für seine energieeffizienten Häuser ausgezeichnet. Wie es zu dem jetzt angewachsenen Schuldenberg kommen konnte, will Rechtsanwalt Willmer, der als sogenannter Sachwalter zusammen mit der Firma an der Sanierung arbeitet, jetzt herausfinden.

Für die Mitarbeiter und die Kunden von Haacke Haus wird sich zunächst nichts ändern: Firmenchef Ralf-Peter Kottke bestätigte, dass „das operative Geschäft ohne Einschränkungen“ weiterlaufe. Die Insolvenz anzumelden, sei ihm nicht leichtgefallen. Er wolle sich nun auf die Kernmärkte im Norden Deutschlands und in Berlin und Brandenburg orientieren, kündigte Kottke in der Pressemitteilung an. Der Firmenchef hatte zuvor versucht, seinen Betrieb effizienter zu gestalten, „es hatte sich gezeigt, dass die Restrukturierungsmaßnahmen beschleunigt werden müssen“.

Die Firma Haacke Haus wurde im Jahre 1879 von Albert Haacke gegründet und befindet sich bis heute in Familienbesitz. Ihr Hauptsitz ist in Celle, seit 2009 produziert Haacke ausschließlich in Brandenburg. Die in Neu Plötzin ansässige Firma verwendet überwiegend Holz aus deutschen Wäldern. 

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