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  • 26.05.2018
  • von Solveig Schuster

Immobilien in der Mittelmark: Allzeithoch auf dem Immobilienmarkt

von Solveig Schuster

Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam-Mittelmark verzeichnete im vergangenen Jahr so viele Verkäufe wie noch nie. Kleinmachnow war dabei am teuersten.

Teltow - Noch nie zuvor wechselten in Potsdam-Mittelmark so viele Grundstücke und Häuser den Besitzer wie im Jahr 2017. Und noch nie zuvor floss in die Immobilienverkäufe so viel Geld. Das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht hervor, den der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Landkreis, Wilk Mroß, am gestrigen Freitag präsentierte. Er sprach von einem „Allzeithoch“.

Im vergangenen Jahr wurden in der Mittelmark rund 3800 Verträge für Grundstücke und Immobilien unterzeichnet, davon rund 160 Schenkungs- und Überlassungsverträge, die nicht mit ausgewertet worden sind. Für die verbleibenden rund 3640 Käufe wurden insgesamt 682,2 Millionen Euro umgesetzt und damit 25 Millionen Euro mehr als noch im Jahr zuvor. Das entspricht einer Steigerung von knapp vier Prozent. Im Vergleich zu 2015 wuchs der Umsatz sogar um mehr als 100 Millionen Euro (siehe Grafik).

In den Zahlen spiegelt sich der seit Jahren zu verzeichnende Preisanstieg bei Wohnimmobilien wider. Knapp 430 Millionen Euro wurden 2017 für bebaute Grundstücke ausgegeben, rund 120 Millionen Euro für Wohneigentum.

Der höchste Preis für ein Einfamilienhaus wurde dabei in Kleinmachnow erzielt. Für das Haus, dessen Lage und Ausstattung Mroß nicht näher beschrieb, gab der Käufer 1,8 Millionen Euro aus. Auch insgesamt floss mit 120 Millionen Euro in Kleinmachnow das meiste Geld, bei 158 Verkäufen. Ein Indiz für die exorbitant hohe Preislage. Denn die meisten Verträge wurden mit rund 380 in Werder (Havel) unterzeichnet. Im Vergleich zu Kleinmachnow wurden dort demnach mehr als doppelt so viele Grundstücke und Immobilien verkauft, dafür wurden aber bei knapp 100 Millionen Euro Umsatz rund 20 Millionen Euro weniger als in Kleinmachnow bezahlt.

In Teltow wurden im vergangenen Jahr 364 Kaufverträge unterzeichnet und damit auch noch deutlich mehr als andernorts. Hierfür wurden 116 Millionen Euro umgesetzt. Beelitz liegt mit rund 287 Verkäufen ebenfalls weit vorn, bleibt aber im Preisniveau bei einem Umsatz von 31 Millionen Euro deutlich hinter den Kommunen im Berliner Umland zurück.

Die genannten Zahlen spiegeln sowohl Verkäufe von bebauten und unbebauten Grundstücken als auch Kaufverträge für landwirtschaftliche Flächen wider. Auch Käufe von Flächen, die kein oder noch kein Bauland sind, wie etwa Brachen, rekultivierte Deponien oder Verkehrsflächen, flossen Mroß zufolge hier ein. Zwar nimmt dieser Flächenkauf mit einem Anteil von 8,8 Prozent an allen Grundstückskäufen eine untergeordnete Rolle ein, der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist mit über 63 Prozent indes enorm. Allein 73 Kaufverträge für diese Flächen, die unter Sonstiges subsummiert werden, waren 2017 in Teltow geschlossen worden, 30 in Werder (Havel) und Kloster Lehnin, weitere 20 beziehungsweise 21 in Beetzsee und Beelitz. „Grund und Boden ist das einzige Gut, das keiner Inflation unterliegt“, erläutert der Experte.

Die Kaufpreise im Umland nähern sich laut Mroß dabei immer mehr jenen Preise an, die schon seit einigen Jahren in guten Lagen Westdeutschlands erzielt werden. Für ein Einfamilienhaus wurden so im Berliner Umland im Jahr 2017 durchschnittlich rund 600 000 Euro gezahlt, im weiteren Metropolenraum, wozu Beelitz, Brück und Seddiner See zählen, mussten für das teuerste rund 400 000 Euro hingeblättert werden. Im Durchschnitt kostet ein Einfamilienhaus in dieser Region 274 000 Euro. Für Reihenhäuser, nicht älter als 17 Jahre, wurden im Berliner Umland Kaufpreise von 220 000 bis 385 000 Euro erzielt, für Doppelhaushälften knapp 300 000 bis etwa 650 000 Euro. In der Region um Brück und Beelitz wurden diese Immobilien in 2017 nicht verkauft.

Zuwächse gibt es auch auf dem Markt für Wohneigentum. Mit 151 verkauften Wohnungen hat dabei Teltow derzeit die Nase vorn, Werder (Havel) steht mit 100 verkauften Wohnungen aber in nichts nach. Dort wurde für eine Wohnung in Wasserlage mit 4250 Euro pro Quadratmeter im vergangenen Jahr zudem der höchste Preis gezahlt. Der durchschnittliche Kaufpreis einer Wohnung im Berliner Umland lag bei 2564 Euro/Quadratmeter, im weiteren Metropolenraum bei 1068 Euro, wobei dort deutlich weniger Eigentumswohnungen zu finden sind.

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