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Themenschwerpunkt:

Teltow

  • 25.04.2018
  • von Eva Schmid

Gemeinsame Sache beim Wasser : Teltow und Mittelgraben könnten fusionieren

von Eva Schmid

Die Abwasserzweckverbände „Der Teltow“ und „Mittelgraben“ könnten künftig fusionieren. Das zumindest stellte der Vorsteher vom Teltower Verband und Bürgermeister von Kleinmachnow, Michael Grubert (SPD), am Rande der jüngsten Verbandssitzung in Aussicht. Auch die in der Sitzung vorgestellten Planungen für den Leitungsausbau bis 2030 zeigen bereits die mögliche Marschrichtung an.

„Der Bürger würde gar nichts davon bemerken, als gemeinsamer Verband hätten wir aber ein anderes Gewicht“, so Grubert gegenüber den PNN. Da in Zukunft nicht nur in der Region Teltow, sondern auch im wachsenden Potsdam und Berlin der Wasserverbrauch steigen werde, sei man als größerer Verband besser aufgestellt. Beide Verbände haben bereits eine gemeinsame Betriebsführungsgesellschaft, die Mittelmärkische Wasser- und Abwasser GmbH. Laut Grubert soll nach den Kommunalwahlen im kommenden Jahr eine erste Prüfung für den Verbandszusammenschluss erfolgen. Bis die Fusion Realität werde, könnte es indes aber noch ein Jahrzehnt dauern, betonte Grubert. Auch der Verbandsvorsteher des „Mittelgrabens“, Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU), steht den Plänen aufgeschlossen gegenüber und spricht von Vorteilen für den Endverbraucher, da die MWA nur noch für einen Verband Bilanzen, Planungen oder Konzepte erstellen müsse.

Kritiker, wie unter anderem der Teltower Andreas Wolf (BfB), fürchten indes, dass eine Fusionierung für die Teltower Verbandskunden Nachteile mit sich bringt. So sei mit höheren Gebühren zu rechnen, während die Kunden aus dem „Mittelgraben“ günstiger wegkommen könnten. Tatsächlich unterscheidet sich derzeit der Kubikmeterpreis beider Verbände fürs Trinkwasser um 18 Cent, die Differenz beim Abwasser liegt bei 34 Cent. Grund für die Preisunterschiede ist die Struktur der Verbände: Während die Region Teltow mit rund 63 000 Anschlüssen ein dichtes Leitungsnetz besitzt, ist der „Mittelgraben“, zu dem Nuthetal und Michendorf gehören, mit seinen rund 20 000 Anschlüssen ländlich geprägt und hat daher ein viel längeres Leitungsnetz.

Dass das Trinkwasser im Teltower Verband teurer werden könnte, schließt Michael Grubert nicht aus. „Um die Wasserqualität trotz hoher Beanspruchung halten zu können, muss investiert werden.“ „Der Teltow“ bezieht sein Wasser unter anderem aus zwei eigenen Wasserwerken, der „Mittelgraben“ wird aus Potsdam beliefert. 

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