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Teltow

  • 17.04.2018
  • von Solveig Schuster

Entwurf für Mietspiegel: Teltow wird immer teurer

von Solveig Schuster

Foto: Bernd Settnik/dpa

Während Bewohner älterer Häuser in Teltow derzeit im Schnitt zwischen 5,40 und 7,40 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zahlen, haben die Mieten für neuere Wohnungen einen neuen Höchststand erreicht.

Teltow - Nach 2014 hat Teltow nun wieder einen neuen qualifizierten Mietspiegel. Am Mittwochabend billigten die Stadtverordneten einen entsprechenden Entwurf, wenngleich die Entscheidung bei 14 Ja- und zwölf Gegenstimmen denkbar knapp ausfiel. Grund für einige Stadtverordnete, den Mietspiegel abzulehnen, war in erster Linie die Sorge, dass daraus nun allgemein Mieterhöhungen resultieren könnten, erklärte Teltows Stadtsprecher Jürgen Stich. Der Mietspiegel, der in Kürze veröffentlicht wird, gibt eine Übersicht über die aktuell bei Neubezug zu zahlenden Mieten und offenbarte einen zum Teil drastischen Preisanstieg, vor allem bei Neubauten.

Während Bewohner älterer Häuser in Teltow derzeit im Schnitt zwischen 5,40 und 7,40 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zahlen, haben die Mieten für Wohnungen, die in jüngerer Zeit und nach neuesten Standards errichtet worden sind, mit 8,60 bis zehn Euro pro Quadratmeter einen neuen Höchststand erreicht. Nach dem zuletzt erstellten Mietspiegel im Jahr 2014 waren noch Kaltmieten bis maximal 8,65 Euro zu zahlen (PNN berichteten).

Seit zwei Jahren gilt die Mietpreisbremse für Teltow

Zwar seien Nettokaltmieten um die zehn Euro noch hauptsächlich bei privaten Anbietern zu finden, jedoch müssten auch die städtischen Wohnungsunternehmen insbesondere bei Neubauten den gestiegenen Baupreisen Tribut zollen und inzwischen ähnliche Preise aufrufen. Wie die Vorsitzende der Teltower Wohnungsbaugenossenschaft TWG, Angelika Eckhardt, den PNN sagte, könne es auch bei Bestandsbauten Anpassungen geben. Jedoch nur dort, wo saniert und nachgerüstet wird, etwa mit Aufzügen. Das Wohnungsunternehmen wolle sich dabei aber nicht am Höchst-, sondern am Mittelwert des Mietspiegels orientieren, der erstmals gesonderte Mieten für Wohnungen mit und ohne Aufzug ausweist.

Seit zwei Jahren gilt in Teltow zudem eine Mietpreisbremse. Das heißt: Werden Wohnungen neu vermietet, darf die Miete die ortsüblich gezahlten Beträge um nicht mehr als zehn Prozent übersteigen.

Laut Gesetz ist der Mietspiegel, der nach wissenschaftlichen Grundsätzen zu erstellen ist, alle vier Jahre neu zu fassen. 2014 hatten die Nachbarkommunen Teltow und Kleinmachnow einen gemeinsamen Mietspiegel herausgegeben. In diesem Jahr verzichtete Kleinmachnow aufgrund zu geringer Fallzahlen darauf. Daher entfiel die Einteilung in verschiedene Wohnlagen. Der aktuelle Mietspiegel basiert auf rund 2800 bei Vermietern und Mietern erhobenen Werten. Wie es der Vorschrift entspricht, seien nur Mietpreise herangezogen worden, die aus Neuverträgen oder erfolgten Mieterhöhungen resultierten. 

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