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  • 13.04.2018
  • von Solveig Schuster

Kammerspiele Kleinmachnow: Oper für alle

von Solveig Schuster

Kleinmachnower wollen in Schulen und Turnhallen

Kleinmachnow - Vier Sänger, ein Piano und ein gewagtes Experiment: Mit einer „Fantastic Opera“ wollen der Kleinmachnower Eventmanager Dirk Zeugmann, und die Sopranistin und Gründerin der Kammeroper der Neuen Kammerspiele, Ilona Nymoen, junge Leute für alte Lieder begeistern. Mit der Unterstützung internationaler Künstler soll mit dem Stück „Die Vier in Sevilla“ ein niederschwelliges Angebot für den Einstieg in das Genre geschaffen werden. „Wir haben festgestellt, dass Oper heute kaum noch Thema im Unterricht in den Schulen ist“, erklärt Marketing-Experte Zeugmann. Auch unter den Gästen in der Oper nehme der Altersdurchschnitt deutlich zu.

Das Konzept der beiden basiert auf einfachen Mitteln: „Keine großen Bühnenbilder, wenig Requisiten“, sagt der Eventmanager. Damit ließe sich das Stück, das am 19. Mai um 20 Uhr in den Neuen Kammerspielen Premiere haben wird, auch an Orten auf die Bühne bringen, die an sich nicht für die große Oper geschaffen sind. Die Initiatoren denken dabei etwa an Schulen und Turnhallen und seien darüber bereits mit dem Brandenburgischen Bildungsministerium im Gespräch. Berlin soll in Kürze folgen.

Im Stück selbst dreht sich einmal mehr alles um die Liebe. Zwei Paare, die sich unfreiwillig im spanischen Sevilla begegnen – ein junger, spielsüchtiger Mann und seine ihn liebende und doch leidende Frau; ein zweites in der Midlife-Crisis. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf. „Nach einem kleinen Bäumchen-wechsel-dich-Spiel finden sich am Schluss wieder die richtigen Paare“, erzählt Nymoen. Dem Liebesschmerz folgt letztlich die Versöhnung.

Zwischen knappen, von Bariton Thomas Peter verfassten Texten wird das Publikum durch die Protagonisten an altbekannte Opernklänge herangeführt. Neben Arien aus Georges Bizets „Carmen“ oder „Die Perlenfischer“ sind Gesangsstücke aus Mozarts Komischer Oper „Don Giovanni“, der Strauss-Operette „Die Fledermaus“ oder auch aus „Tannhäuser“, einer Oper von Richard Wagner, zu hören. Zum besseren Verständnis singen alle auf Deutsch. Zudem treten die Künstler, die Nymoen bei einem Engagement in Frankfurt für ihre Idee begeistern konnte, in Alltagsklamotten auf. Jogginganzug und Tennissocken statt ausladender und pompöser Kostüme.

Zunächst werden die Kammerspiele mit einer Veranstaltung starten, weitere sollen abhängig vom Zuspruch folgen. Ziel sei es, das Projekt dauerhaft zu etablieren, gern auch landes- oder deutschlandweit. 

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