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Werder

  • 22.03.2018
  • von Peer Straube, Matthias Matern und Enrico Bellin

Werder zahlt 30 Millionen Euro : Werder: Betreiber für Blütentherme gefunden

von Peer Straube, Matthias Matern und Enrico Bellin

Baustelle der Blütentherme in Werder (Havel): Für 30 Millionen Euro will die Stadtverwaltung das Bad fertig bauen. Foto: A. Klaer

Werders Blütentherme soll für 30 Millionen Euro fertig gebaut werden. Eröffnung frühestens 2020

Werder (Havel) - Die Stadt Werder hat offenbar einen Betreiber für die seit fünf Jahren unvollendete Blütentherme gefunden. Noch vor der Sommerpause soll der Vertrag unterzeichnet werden, wie das Werderaner Rathaus am Mittwochabend nach der Sitzung des Badausschusses der Stadtverordnetenversammlung mitteilte. Verhandeln will man mit dem wirtschaftlichsten Bieter.

Der Ausschuss hatte sich am Abend abschließend mit den finalen Angeboten befasst, wie viele Interessenten es gab, sagte die Stadt nicht. Allerdings seien viele spannende Ideen präsentiert worden, erklärte Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Bei allen habe der Fokus insbesondere auf dem Ausbau von Familien-, Gesundheits- und Wellnessangeboten sowie einer stärkeren Verbindung der Therme zum Havelufer gelegen, hieß es. So könnte die Blütentherme künftig über einen Familienbereich in Verbindung mit einem Sportbad, mehrere Thermen und sogar eine Seesauna auf der Havel verfügen.

Weitere 30 Millionen Euro will die Stadt Werder für die Blütentherme in den Haushalt einstellen

Um die Therme fertig zu bauen und mit den entsprechenden Angeboten auszustatten, will die Stadt Werder insgesamt 30 Millionen Euro in den Doppelhaushalt 2018/19 einstellen. Ziel sei es, nach diesen „hohen Anfangsinvestitionen“ die jährlichen Zuschüsse der Stadt an den Betreiber möglichst gering zu halten. Ausgegeben werden soll das Geld vor allem im nächsten und im übernächsten Jahr, sagte Saß dem rbb. Demnach könnte die Blütentherme frühestens Ende 2020 eröffnen – und damit acht Jahre später als ursprünglich geplant.

Begonnen wurde mit dem Bau der Therme im Jahr 2011 – damals unter Federführung der Kristall Bäder AG, die die Anlage auch betreiben wollte. Nach langwierigem Streit hatte sich die Stadt jedoch von ihrem ersten Partner 2016 außergerichtlich getrennt, da die Arbeiten an der Baustelle trotz Zahlungen an die AG nicht wie gewünscht voranschritten. Seit Ende 2014 ruhen die Arbeiten komplett. Inklusive der Umfeldgestaltung hat die Stadt bereits 21 Millionen Euro für das Projekt ausgegeben.

Im nächsten Winter wird noch immer niemand in der Therme baden

Im vergangenen Jahr hatten sich die Stadtverordneten dann mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Blütentherme von einem privaten Partner vollenden und betreiben zu lassen. Im folgenden Vergabeverfahren hatte die Stadt zunächst die eingereichten Nachweise und Referenzen der Interessenten geprüft, anschließend konnten die Bieter ihre Angebote erarbeiten. Bereits am 14. März wurde diese dem Badausschuss der Stadtverordnetenversammlung in einer nichtöffentlichen Sitzung die Angebote erstmals vorgelegt.

Erst vor gut einer Woche hatte die Vorsitzende des Badausschusses, Anja Spiegel (SPD), die lange Verfahrensdauer zur Blütentherme kritisiert und moniert, dass dort auch im „nächsten Winter niemand baden“ werde.

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