17.07.2018, 27°C
Themenschwerpunkt:

Beelitz

  • 07.03.2018
  • von Solveig Schuster

Wölfe in Brandenburg: Wolfsrudel wird nicht getötet

von Solveig Schuster

Wölfe in Brandenburg Foto: Patrick Pleul/dpa

Landesamt lehnt den Antrag eines Landwirts aus Rieben ab

Rieben – Die Wölfe bleiben. Das Landesamt für Umwelt (LfU) hat den Antrag eines Landwirts auf Entnahme des Dobbrikower Wolfsrudels im Landkreis Potsdam-Mittelmark abgelehnt. Die aus Sicht des Landwirts problemauffälligen Wölfe dürfen demnach nicht getötet werden.

In ihrer Entscheidung hatte sich die Behörde an der Brandenburgischen Wolfsverordnung orientiert. Sie ist seit Anfang Februar in Kraft. Ihr zufolge seien im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für das Töten oder Fangen eines Wolfs nicht gegeben. Der Landwirt hatte seinen Antrag mit zwei Wolfsrissen vom März und Oktober des vergangenen Jahres begründet. Dafür könne die erst seit Februar rechtswirksame Verordnung nicht herangezogen werden. Vor allem habe es zu diesem Zeitpunkt auf den Weiden noch keine wolfssicheren Zäune gegeben. Eine sogenannte „Entnahme“ könne aber erst geprüft werden, wenn Wölfe mehrfach als wolfssicher anerkannte Zäune überwinden würden, hieß es aus dem Amt. Das Landesamt hatte den Landwirt durch Ausgleichszahlungen für die gerissenen Weidetiere als auch bei der Errichtung eines Zauns mit Fördermitteln unterstützt.

LBV bezeichnet Entscheidung als inakzeptabel

Der Landesbauernverband (LBV) bezeichnete die Entscheidung als inakzeptabel. Allein die Tatsache, dass es keinen Prüfungstermin vor Ort gegeben habe, unterstreiche „die unglaubliche Praxisferne der mit der Prüfung beauftragten Behörde“, teilte der Verband am Dienstag mit. Entgegen der Darstellung des LfU hätte der Landwirt zum Zeitpunkt der Wolfsrisse die durch das Land Brandenburg geförderte wolfssichere Abkalbekoppel bereits errichtet. Dass die Kälber nach der Geburt auf andere Weiden verbracht werden, sei selbstverständlich und auch für die naturschutzfachliche Pflege des Grünlandes unabdingbar. „Folgt man der vorgetragenen Argumentation des LfU, müsste jeder einzelne Hektar Weideland in einen gigantischen Hochsicherheitstrakt verwandelt werden oder die Tiere müssten in den Stall. Niemand kann das ernsthaft wollen“, so Jens Schreinicke, Wolfsbeauftragter des LBV. Der Verband fürchtet mittelfristig das Ende der Weidetierhaltung und kündigte für den 9. März Protest durch eine vom Forum Natur Brandenburg getragene Wolfswache an. 

Social Media

Umfrage

Die Einengung der Zeppelinstraße in Potsdam hat im Zuge der Dieseldebatte bundesweit Interesse geweckt. Ist die Maßnahme nötig, um ein Dieselfahrverbot in Potsdam zu verhindern? Stimmen Sie ab!