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Werder

  • 22.02.2018
  • von Enrico Bellin

Potsdam-Mittelmark: Bahn will Drei-Tunnel-Lösung in Werder

von Enrico Bellin

Foto: Jan Woitas/dpa

Konzern will jetzige Unterführung weiter nutzen, auch wenn wenige Meter entfernt eine zweite entsteht.

Werder (Havel) - Im Streit um den Ersatz der Bahnschranken in Werder (Havel) durch zwei Tunnel hat die Deutsche Bahn sich zu einer Vorzugsvariante geäußert: Demnach will der Konzern den derzeitigen Tunnel zwischen den Bahnsteigen weiter nutzen, auch wenn direkt nebenan eine neue Unterführung für Fußgänger und Radfahrer gebaut wird.

Wie berichtet wird seit Jahren am Ersatz der bis zu neun Stunden täglich gesenkten Schranken an der Bundesstraße geplant. Zuletzt hat der Landesstraßenbetrieb vorgeschlagen, für Autofahrer eine Unterführung im Zuge der Landesstraße zu errichten und Radfahrer und Fußgänger durch einen neu zu bauenden Tunnel am Bahnhof mit Zugängen zu den Bahnsteigen zu führen, der elf Meter von der derzeitigen Unterführung entfernt angelegt wird, die geschlossen werden soll.

Die Bahn befürchtet dadurch Nachteile für Pendler: „Derzeit favorisieren wir, dass der Rad-und Fußgängertunnel unabhängig von unserem Bahnsteigzugang errichtet wird“, sagte Sprecher Gisbert Gahler den PNN. Zum einen seien erst vor zwei Jahren die Aufzüge zum Tunnel erneuert worden. Hauptsächlich aber, „weil sich die Wegebeziehungen für die mobilitätseingeschränkten Personen um 100 bis 150 Meter und für alle anderen um 70 bis 80 Meter verschlechtern würden“, so Gahler. Gerade zum Baumblütenfest, bei dem nur Polizisten verhindern könnten, dass Besucher über die Gleise laufen, könne eine ungünstigere Zuwegung die Lage verschlechtern. Grundsätzlich begrüßt die Bahn aber den Ersatz der Schranken durch Tunnel. „Wo die Bahnstrecke untertunnelt wird, ist da zweitrangig.“

Tatsächlich würde sich durch den neuen Tunnel der Weg zum Parkhaus und dem benachbarten Parkplatz verlängern. Wie berichtet plant die Stadt jedoch, ein zweites Parkhaus zu bauen, das näher am neuen Tunnel liegen würde. Laut Frank Schmidt, Chefplaner vom Landesstraßenbetrieb, würden sich auch für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste die Wege nicht verlängern, da deren Parkplätze verlegt werden sollen. Das sei der Bahn, die die Wegebeziehungen noch einmal von der BTU Cottbus untersuchen lassen will, auch schon mitgeteilt worden.

Prinzipiell hält Schmidt es für möglich, den neuen Fuß- und Radwegetunnel zusätzlich zu bauen. Den Steuerzahlern sei aber nur schwer zu erklären, warum in nur wenigen Metern Abstand zwei Tunnel unter den Gleisen erhalten werden müssen. Ende März soll es eine neue Verhandlungsrunde zwischen Bahn, Straßenbetrieb und der Stadt geben. 

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