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Stahnsdorf

  • 12.01.2018
  • von Eva Schmid

Silberne Zukunft: Stahnsdorf: Wie eine Fotoausstellung zum Nachdenken übers Alter anregt

von Eva Schmid

Wie einst. Warum nicht im Alter mal auf der Wiese fläzen? Foto: Timm Stütz

Einfühlsame Aufnahmen zeigen selbstbewusste Menschen im fortgeschrittenem Alter: Die Ausstellung „Was heißt schon alt?“ im Foyer des Stahnsdorfer Gemeindezentrums zeigt besondere Momentaufnahmen aus dem Leben älterer Menschen.

Stahnsdorf - Es ist Sommer, ein Paar liegt auf der Wiese, ins Gespräch vertieft. Ein schöner Moment, ein inniger Moment. So gewöhnlich und doch so ungewohnt. Der Schnappschuss, das Gewinnerbild eines Fotowettbewerbs des Bundesministeriums für Familien und Senioren, regt zum Nachdenken an. Was ist das eigentlich, das Alter?

Antworten dazu, in Form von Momentaufnahmen aus dem Leben älterer Menschen, sind seit Mittwoch in der Ausstellung „Was heißt schon alt?“ im Foyer des Stahnsdorfer Gemeindezentrums zu sehen. Organisiert hat die Schau, die vom Familienministerium als Wanderausstellung seit drei Jahren durch die Welt tourt, die Akademie 2. Lebenshälfte. Zum ersten Mal würden die Bilder in Brandenburg gezeigt, so Ingrid Witzsche, eine der Leiterinnen der Akademie.

„Wenn man an seinen 60. oder 70. Geburtstag denkt, ist das oft mit Unsicherheit, Angst oder Horror verbunden, selten mit Vorfreude wie beim 30.“, so Witzsche zur Ausstellungseröffnung. Das liege an den Bildern, die man im Kopf habe. Und tatsächlich, wer durch die Ausstellung schlendert und sich die zum Teil sehr gelungenen Aufnahmen betrachtet, weiß, was Witzsche meint.

Da steht ein kleines Mütterlein inmitten einer Polizeimenge. Alle Männer um sie herum in voller Montur, mit Helmen, Brust- und Beinschutz. Und die scheinbar so gebrechliche Frau grinst verschmitzt. Sie schreckt nichts mehr ab. Soll sie doch, die Staatsgewalt.

„Es geht auch darum, Diskriminierung abzubauen“

Die Menschen, die hier den Betrachter anschauen, haben viel erlebt, wirken selbstbewusst. Es sind einfühlsame Aufnahmen. Selbst das so bekannte Bild von einem Menschen, auf einen Rollator gestützt, der auf dem Gang eines Pflegeheimes auf und ab läuft, wirkt im Ausstellungskontext anders. Man spürt plötzlich: Alter – das betrifft jeden einmal. Es bringt nichts, die Fotografierten mitleidig anzuschauen. Und es ist genau auch das, was die Akademie 2. Lebenshälfte erreichen will: Ein Nachdenken über das Alter, über all seine Facetten, sagt Witzsche. „Es geht auch darum, Diskriminierung abzubauen.“

Auch Stahnsdorf will das machen – zumindest im baulichen Sinne. Am Mittwoch kündigte Bürgermeister Bernd Albers (BfB) an, weitere barrierefreie Wohnungen über die kommunale Wohnungsbaugesellschaft errichten zu lassen. So könnten in der Hildegardstraße auf dem Gelände der ehemaligen Panzergaragen neue barrierefreie Wohnungen entstehen. Auch soll das Angebot in der Boschsiedlung erweitert werden. 56 barrierefreie Wohnungen gibt es bereits in der dortigen John-Graudenz-Straße. Demnächst werden weitere 34 Wohnungen an der Wilhelm-Külz-Straße fertig.

Parallel dazu wird in der Lindenstraße ein Seniorentreff hergerichtet, im März soll er eröffnet werden. Und auch das kommunale Kino widmet sich dem Thema Alter. Jeden letzten Dienstag im Monat, beginnend ab dem 30. Januar um 17 Uhr, startet in den Kleinmachnower Kammerspielen die „Spätlese – eine Filmreihe für besonders gute Jahrgänge“ mit Filmen wie „Paulette“ oder „The Best Exotic Marigold Hotel“. Bei so viel Angebot verliert Alter seine Schwere. 

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Januar in der Annastraße 3 zu sehen

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