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  • 09.01.2018
  • von Eva Schmid

Schwielowsee: Drei Millionen Euro für Geltower Grundschule

von Eva Schmid

Finanziert. Die Meusebach-Grundschule soll saniert und erweitert werden. F.: A. Klaer

Nach jahrelangem Ringen fördert das Land Brandenburg den Um- und Ausbau der Meusebach-Schule.

Schwielowsee - Aufatmen in Schwielowsee: Das Land Brandenburg fördert mit mehr als drei Millionen Euro den Aus- und Umbau der Geltower Meusebach-Grundschule. Lange war die Finanzierung des insgesamt 6,5 Millionen Euro teuren Projektes unklar. Bis zuletzt ging die Gemeinde davon aus, den Großteil der Kosten selbst tragen zu müssen. Im Spätsommer 2017 wurde dafür sogar ein Kredit aufgenommen. Es ist die bisher größte Baumaßnahme der Gemeinde.

Die Geldsorgen sind nun vom Tisch. Am Montag überreichte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in der Turnhalle der Grundschule einen Scheck in Höhe von genau 3 045 579,25 Euro. „Wir sind dankbar, dass sich der lange Weg und unsere Geduld ausgezahlt hat“, sagte Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) gegenüber den PNN.

Das Geld stammt aus dem landeseigenen „Kommunalen Infrastrukturprogramm“, das unter anderem Brandenburger Schulen barrierefrei machen soll. Auch soll mithilfe der Landesmittel das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf in Schulen ermöglicht werden. Bis 2019 stellt Brandenburg insgesamt 80 Millionen Euro für Investitionen in die Bildungsinfrastruktur zur Verfügung. Die Summe, die nach Geltow gehe, so heißt es aus dem Bildungsministerium, sei beachtlich.

Eng habe sich die Gemeinde mit dem Ministerium abgestimmt, so Hoppe. Knackpunkt sei die Förderrichtlinie gewesen. Die sah ursprünglich nur Gelder für Baumaßnahmen vor, die der Barrierefreiheit und Inklusion dienen. Das hätte – in Zahlen – für Schwielowsee lediglich einer Summe von 200 000 Euro entsprochen. Baumaßnahmen, die das marode Schulgebäude modernisiert hätten, waren eigentlich nicht vorgesehen. Die Situation in Geltow jedoch sei als Beispiel für die bisherige Unzulänglichkeit des Programms herangezogen worden, heißt es aus dem Schwielowseer Rathaus. Nun profitieren davon auch andere Schulen im Land.

Seit Jahren ist die Grundschule, die es 2015 unter die besten 15 Schulen Deutschlands geschafft hat, bereits marode. Ein Rechtsstreit zu den Eigentumsverhältnissen verhinderte jahrelang die Sanierung der Schule aus DDR-Zeiten.

Jetzt steht endlich die Modernisierung des Schulcampus an: Bereits zum Schuljahr 2018/2019 soll ein dreigeschossiger Neubau fertig sein. Ein Jahr später soll das bisherige Schulgebäude komplett saniert sein.

Dringende Modernisierungen wurden bereits vorgenommen: So zieht es nicht mehr durch die Fenster, die Akustik ist dank Schallschutzdecken besser und das Dach wurde nach Sturmschäden wiederhergerichtet. In den kommenden Monaten steht laut Bürgermeisterin Hoppe die Erneuerung der Heizung an. Sobald die neue Anlage eingebaut ist, wird das alte Heizhaus auf dem Schulcampus abgerissen. Die Bauanträge seien gestellt, so Hoppe.

Auch einen Fahrstuhl soll es künftig geben, die Türen breiter werden, um auch mit Rollstuhl hindurchzukommen. Die Toiletten sollen barrierefrei werden, so sehen es die Förderrichtlinien vor. Die Geltower Grundschule ist bereits seit dem Schuljahr 2017/2018 eine „Schule für gemeinsames Lernen“, in der Schüler mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden.

Derzeit besuchen rund 170 Grundschüler die Einrichtung, 145 davon gehen dort auch in den Hort. Teilweise muss die Nachmittagsbetreuung derzeit in den Schulräumen stattfinden. Der Neubau soll deshalb neben einer Mensa auch Räume für die Hortbetreuung erhalten. Außerdem sollen auch die Vorschulkinder der auf dem Campus gelegenen Kita im Neubau Platz bekommen. Während der zweijährigen Baumaßnahme müssen die Grundschüler zeitweise in Containern unterrichtet werden. Die Bauarbeiten sollen parallel zum Schulbetrieb laufen.

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