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Michendorf

  • 08.01.2018
  • von Julia Frese

Bahnhof Michendorf: Versteckte Fortschritte

von Julia Frese

Teures Hobby. Schon 50 000 Euro hat Eigentümer Thomas Drechsel investiert. F.: A. Klaer

Die Sanierung des Bahnhofs Michendorf ist auf gutem Wege. Ab Februar soll ein neuer Kiosk entstehen.

Michendorf - Die Eingangshalle des Bahnhofs Michendorf macht nach wie vor keinen sonderlich einladenden Eindruck. Doch das bedeute nicht, dass im Bahnhof seit dem vergangenen Frühjahr noch nichts passiert sei, sagt Eigentümer Thomas Drechsel. Im Gegenteil: Seit der Investor das Gebäude im März letzten Jahres ersteigerte, seien die Instandsetzungsarbeiten dort auf Hochtouren gelaufen. „Wir haben inzwischen alle Brandschutzauflagen erfüllt, die Dachhaut wurde überarbeitet, ein neuer Müllplatz ist im Bau und im Restaurant Schneider's haben wir eine komplett neue Elektrik installiert“, so Drechsel.

Der Mietvertrag von Betreiberin Jennifer Henke wurde für zehn Jahre verlängert. Henke hatte in den vergangenen Jahren mehrfach um die Verlängerung ihrer Pacht gebangt, da sie von der Bahn als damaligem Eigentümer widersprüchliche Aussagen erhalten hatte. Nun kann sie aufatmen: In den kommenden Jahren werde sogar die Heizanlage im Restaurant erneuert, sodass sie dann getrennt sei von der Heizung der darüberliegenden Wohnung, verspricht Drechsel.

Im Erdgeschoss des Empfangsgebäudes sei bereits ein Projekt zur Fortbildung von Langzeitarbeitslosen eingezogen, dessen Mitglieder die Räume selbstständig saniert hätten. Das Projekt würde auch gern die beiden oberen Stockwerke nutzen, so Drechsel. „Aber es ist noch nicht geklärt, wer für die Genehmigung des Umbaus zuständig ist: die Bauaufsicht oder die Bahn, die für einen Teil des Gebäudes nach wie vor das Geh-, Fahr- und Leitungsrecht besitzt.“ Am 15. Januar wollen Drechsel und sein Architekt sich mit Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) treffen, damit dieser die Zuständigkeit klären kann. Sobald die Genehmigung vorläge, könne damit begonnen werden, die Stockwerke zu entrümpeln und zu entkernen. Da die oberen Räume bereits seit der DDR-Zeit leerstehen, gebe es dort einiges zu tun, sagt Drechsel.

Anfang Februar stehe dann der Bau eines Kiosk in der Eingangshalle an. Drechsel möchte einen Laden mit einer Glasfront errichten lassen. Die Denkmalschutzbehörde sähe es hingegen lieber, wenn stattdessen ein Kiosk in Form eines Pavillons in die Eingangshalle käme. „Ich denke, da werden wir uns noch einigen“, sagt der Investor. Bis Ende 2018 sollen alle Umbau- und Sanierungsarbeiten am Bahnhof Michendorf abgeschlossen sein und das Gebäude wieder in neuem, denkmalgerechten Glanz erstrahlen.

Thomas Drechsel, der in Berlin die Imbisskette Wurstmaxe leitet, ist erklärter Bahnhofsliebhaber. Der 57-Jährige ließ in Berlin bereits die Bahnhöfe Nikolassee und Mexikoplatz und in Brandenburg den Bahnhof Bad Saarow restaurieren. Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude in Michendorf ersteigerte er am 24. März 2017, nachdem die Gemeinde auf ihr Vorkaufrecht verzichtet hatte. Bisher habe er rund 50 000 Euro in das Gebäude investiert, sagt Drechsel. Wie viel Geld er noch in die Hand nehmen wird, könne er noch nicht sagen: „Das spielt auch keine Rolle – wir machen das Ding fertig.“

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