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  • 02.01.2018

Horror der „Heilstätten“ im Kino Dreharbeiten fanden aber am Grabowsee statt

Horror-Kulisse: Die Beelitzer Heilstätten sind Schauplatz einer Geisterjagd. Auch wenn der Film "Heilstätten" eigentlich woanders gedreht wurde. Foto: A. Klaer

Beelitz-Heilstätten - Zersplitterte Fenster, quietschende Treppen, leere Gänge – die Gruselatmosphäre, die Besucher der Beelitzer Heilstätten verspüren, hat jetzt auch Kinoproduzenten inspiriert. Am 22. Februar kommt der Horrorfilm „Heilstätten“ ins Kino. Erzählt wird die Geschichte von YouTubern, die den Gerüchten von paranormalen Geschehnissen auf den Grund gehen wollen.

Der Film, der in dem alten Klinikgebäude spielt, wurde jedoch gar nicht in Beelitz-Heilstätten gedreht – sondern in der Heilstätte Grabowsee in Oranienburg. Wie Produzent Till Schmerbeck den PNN erklärt, hatte dies produktionsbedingte Gründe. „Die Heilstätten am Grabowsee haben uns ideale Drehbedingungen geliefert. Wichtig war der Produktion, dass die Arbeiten ungestört und unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden konnten“, erklärt er. Auch der Regisseur von „Heilstätten“, der aus Norddeutschland stammende Michael David Pate, sagt: „Aus dramaturgischer Sicht haben wir es offengehalten, wo genau der Film spielt.“ Jedoch werde der aufmerksame Kinobesucher merken, dass die Beelitzer Heilstätten gemeint sind. So werde etwa der Frauenmörder „Rosa Riese“ aus Beelitz – er hatte in den 1990er-Jahren fünf Frauen und ein Baby getötet – in dem Film erwähnt.

Pate, dessen bekanntester Film die Independent-Produktion „Kartoffelsalat“ ist, hatte die Aufgabe, das von Autor Ecki Ziedrich stammende Drehbuch zu überarbeiten. „Heilstätten“ ist sein erster Film, der von einer großen Produktionsfirma – der 20th Fox Century – präsentiert wird. Um modernen Zeitgeist zu schaffen, kam er auf die Idee mit den YouTubern. „Ich wollte keine seriöse Geisterjagd“, sagt Pate, „sondern eine naive Challenge junger Leute.“ Zu den sechs Hauptdarstellern zählen unter anderem Nilam Farooq, die auch im echten Leben Videos auf YouTube hochlädt, und Tim Oliver Schultz („Club der roten Bänder“). Der Film zähle zum „Found Footage“-Genre (deutsch: gefundenes Material). Dabei führen die Schauspieler zum Teil selbst die Kamera und kommentieren dies. Der bekannteste Vertreter dieses Genres ist der US-amerikanische Horrorfilm „Blair Witch Project“ aus dem Jahre 1999. „Dieser Stil bringt eine starke Authentizität mit und der Zuschauer hat das Gefühl, er ist live mit dabei“, verspricht Produzent Schmerbeck. Gefördert wird der 90-minütige Film vom Medienboard Berlin-Brandenburg. In nur 18 Tagen wurde das Material gedreht und danach im Studio Babelsberg für die Leinwand bearbeitet.

„Heilstätten“ verbreite durchaus Angst und Schrecken, sagt Schmerbeck. Daneben aber hinterfrage der Film, ob es notwendig sei, wirklich alles für den Erfolg auf Internet-Plattformen wie YouTube zu tun. Denn als die Blogger in dem verlassenen Komplex filmen, merken sie schnell, dass sie einen Fehler begangen haben – und lieber zu Hause geblieben wären. akf

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