20.04.2018, 25°C
Themenschwerpunkt:

Werder

  • 22.12.2017
  • von Julia Frese

Weihnachtsbäume für Potsdam-Mittelmark: Jetzt noch schnell die Tanne

von Julia Frese

Abgeschlagen. Noch bis Sonntagmittag kann man in Werder seinen Weihnachtsbaum kaufen. Selbst schlagen darf man die Bäume an Heiligabend jedoch nicht mehr.

Der Tannenhof Werder verzeichnet konstante Verkaufszahlen – und hat sogar an Heiligabend geöffnet.

Werder (Havel) - Wenn am 24. Dezember noch Kunden leicht gehetzt nach einer übrig gebliebenen Nordmanntanne fragen, seien vor allem die Erklärungen für den späten Kauf immer amüsant, sagt Gerald Mai vom Tannenhof Werder: „Ein Kunde kam am Mittag des 24. und erzählte uns, er sei gerade mit dem Schiff in Rostock angekommen und habe dann gemerkt, dass noch etwas fehlte.“ Für die Werderaner Weihnachtsbaumexperten kein Problem: Bis 14 Uhr am Heiligabend stehen sie gern mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um einen Baum fürs Wohnzimmer geht. Man dürfe nur nicht damit rechnen, dann noch die frischeste und ebenmäßigste aller Tannen zu ergattern.

Rund 20 000 Bäume verkauft der größte Weihnachtsbaumproduzent der Region jährlich. „Auch diesmal bewegen wir uns in diesem Rahmen“, so Mai. „Wir haben jedes Jahr konstant gute Verkaufszahlen – einen Weihnachtsbaum kauft ja fast jeder.“ Unangefochtener Liebling der Kunden sei seit Jahren die Nordmanntanne. „Mit der Nordmanntanne als Weihnachtsbaum sind Generationen groß geworden“, sagt Mai. Eine verstärkte Nachfrage habe es dieses Jahr bei der Kiefer gegeben, worauf sich der Betrieb im kommenden Jahr besser vorbereiten wolle.

Im Großbetrieb sind auch "Exoten" erhältlich: Die Koreatanne, die Omorikafichte oder die nordamerikanische Weymouthkiefer

Neben Kiefern und Tannen hat der Werderaner Großbetrieb, den Gerald Mai gemeinsam mit seiner Frau Karin Lorenz leitet, auch Blaufichten, Rotfichten und Schwarzkiefern im Angebot. Außerdem gibt es „Exoten“ wie die Koreatanne, die Omorikafichte oder die nordamerikanische Weymouthkiefer, die sich durch besonders weiche Nadeln von anderen Bäumen abhebt.

Laut dem Landesbetrieb Forst Brandenburg sind landesweit Kiefern, Fichten und Douglasien die meistverkauften Baumarten. Das mag auch preislich begründet sein, denn im Durchschnitt ist eine Nordmanntanne in Brandenburg rund doppelt so teuer wie eine Kiefer. Rund 80 Prozent des Brandenburger Waldes bestehen aus der Gemeinen Kiefer. Sie gelte als anspruchslos, frosthart und relativ schnellwüchsig, zudem sei ihr Holz begehrt, heißt es beim Landestrieb.

Auf dem Werderaner Tannenhof kostet eine Nordmanntanne fürs Wohnzimmer je nach Größe zwischen 18 und 40 Euro. Blaufichten, Schwarzkiefern und Koreatannen sind für 14 bis 32 Euro erhältlich. Für Bäume, die zwischen zwei Metern und 3,60 Metern groß sind, fallen dagegen auch Preise bis zu 180 Euro an. Die meisten Bäume werden an den über 30 Ständen verkauft, die in ganz Deutschland aufgestellt werden. Gegen Aufpreis können Kunden sich ihren Baum aber auch nach Hause liefern lassen.

Die meisten Bäume aus dem Sauerland, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Laut dem Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) kurbelten ein Trend zum Zweitbaum und mehr Singlehaushalte dieses Jahr bundesweit den Verkauf der Nadelbäume an – auf voraussichtlich 29,5 Millionen zum Saisonende. Das wäre ein leichter Anstieg zum Vorjahr. Die meisten Bäume kommen nach Darstellung des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger aus dem Sauerland, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, etwa zehn Prozent stammten aus dem Ausland. Immer gefragter sind dem HDH zufolge auch Weihnachtsbäume im Topf, die wieder in die Erde gepflanzt werden können.

Auf dem Werderaner Tannenhof wird insbesondere das Selberschlagen von Weihnachtsbäumen hingegen von vielen Kunden Jahr für Jahr als ein gemeinsames Event begriffen, so Gerald Mai. „Da kommen ganze Großfamilien, gehen zusammen essen, Glühwein trinken und anschließend geht es dann mit der Säge zu Werke.“ (mit dpa)

Social Media

Umfrage

Die Einengung der Zeppelinstraße in Potsdam hat im Zuge der Dieseldebatte bundesweit Interesse geweckt. Ist die Maßnahme nötig, um ein Dieselfahrverbot in Potsdam zu verhindern? Stimmen Sie ab!